Wladimir Kaminer hat eine Woche im Kölner Dom gedreht – als Domschweizer, auf dem Dach und nachts allein im leeren Dom.
Stell dir vor, du darfst eine ganze Woche lang hinter die Kulissen eines der bekanntesten Gotteshäuser der Welt – und das alles für eine TV-Doku. Genau das ist Bestsellerautor Wladimir Kaminer passiert. Für seine 3sat-Doku-Reihe „Kaminer Inside“ hat er sich eine Woche lang tief in die Welt des Kölner Doms vorgewagt – und dabei Dinge erlebt, die er wohl so schnell nicht vergisst.1
Kaminer gibt offen zu: Obwohl er jahrelang am Kölner Dom vorbeispaziert ist, hatte er keine Ahnung, was ihn da drinnen erwartet. Sein Fazit nach einer Woche? „Das ist eine Stadt in der Stadt, das ist das Herz von Köln, eine großartige Sehenswürdigkeit.“1 Klingt ehrlich – und macht direkt Lust, selbst mal genauer hinzuschauen, oder?
Einer der wohl unvergesslichsten Momente für den Autor: Er durfte sich nachts im menschenleeren Dom auf den Rücken legen und einfach nach oben schauen. „Dieses Gebäude ist so hoch, dass man quasi unter einem freien Himmel ist, aber ein von Menschenhand geschaffener Himmel“, beschreibt Kaminer das Erlebnis. Das klingt nicht nur spektakulär – das klingt nach einem dieser Momente, bei denen man einfach kurz den Atem anhält.1
Zwei Tage lang stand Kaminer als verkleideter Domschweizer vor dem Eingang – und wurde prompt für das Volle in Anspruch genommen. Vor allem Gäste aus China wollten sofort Eintritt zahlen, manche wollten sogar beichten. „Jeder verkleidete Mensch am Dom wird von vielen Touristen gleich als Beichtvater in Anspruch genommen“, erzählten ihm die echten Domschweizer. Kaminer selbst fand das einfach nur lustig.1
Noch ein Highlight: Kaminer durfte oben auf dem Domdach mitarbeiten und mit den Steinmetzen Steine ausbessern. Dabei hat er eine ziemlich charmante Beobachtung gemacht: Der Dom ist eine unfertige Sehenswürdigkeit – und das ist Absicht. Über 1000 Jahre wird schon daran gebaut, und wenn eine Ecke fertig ist, fehlt an der anderen schon wieder ein Stückchen. „Da sieht man auch, wie man am besten ein Volk beruhigt, indem man ihm eine Aufgabe stellt, die einfach niemals beendet werden kann“, sagt Kaminer mit einem Augenzwinkern.1
Was Kaminer wirklich überrascht hat: Im Dom sind nicht nur Touristen unterwegs. Er hat viele Menschen erlebt, die in echter religiöser Leidenschaft dorthin gehen – und das zu jeder Tageszeit, nicht nur während einer Messe. „Ehrlich gesagt habe ich nicht gedacht, dass es heute noch so viele Gläubige gibt“, gibt er zu.1
Und als wäre eine TV-Doku nicht genug, hat Kaminer bereits angefangen, eine eigene Geschichte über den Kölner Dom zu schreiben: „Mein Abenteuer im Kölner Dom“. Denn der Dom, so sagt er, „ist wie ein lebendiger Körper von einem 1000 Jahre alten Wesen“.1
Die Folge „Kaminer Inside – Kölner Dom“ läuft auf 3sat und ist bereits in der 3sat-Mediathek abrufbar. Wenn du also Lust hast, den Kölner Dom mal durch die Augen von Wladimir Kaminer zu erleben – das ist deine Chance!1
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