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Stadtbahn-Verlängerung in Köln-Bocklemünd: Förderantrag gestellt – wann kommt die Linie 4?
8. August 2026

Für die Verlängerung der Stadtbahnlinie 4 in Köln-Bocklemünd wurde ein Förderantrag gestellt. Wir erklären, was das bedeutet und wann ihr wirklich mit der…

Köln wächst – aber die Bahn hält nicht Schritt

Wer im Kölner Westen lebt, kennt das Problem: Die Stadtbahn endet an der Haltestelle „Bocklemünd“ – und danach? Nichts mehr. Dabei boomt die Region, neue Wohngebiete entstehen, und immer mehr Menschen warten sehnsüchtig auf eine vernünftige ÖPNV-Anbindung. Jetzt gibt es zumindest einen kleinen Schritt in die richtige Richtung – auch wenn der Weg zur fertigen Stadtbahn noch lang ist.1

Was steckt hinter dem Förderantrag?

Im März wurde ein Förderantrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gestellt – und zwar im Rahmen des Programms „Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten“, kurz: Stark. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich simpel: Der Bund soll Geld geben, damit endlich eine Machbarkeitsstudie für die Verlängerung der Stadtbahnlinie 4 erstellt werden kann.1

Die Route, die dabei auf dem Tisch liegt, ist ambitioniert: Von Bocklemünd weiter über Widdersdorf, Pulheim-Brauweiler und Bergheim-Glessen bis nach Bergheim-Niederaußem. Ein Projekt, das laut Quelle schon seit Jahrzehnten im Gespräch ist – und jetzt endlich Fahrt aufnehmen soll.1

Der WDR-Verkauf bringt neuen Schwung

Besonderen Schub hat das Thema seit Anfang des Jahres bekommen. Der WDR möchte sein rund 300.000 Quadratmeter großes Gelände in Bocklemünd an der Straße nach Widdersdorf verkaufen. Am Freimersdorfer Weg sollen aller Voraussicht nach viele neue Wohnungen entstehen – und ohne einen Stadtbahn-Haltepunkt in der Nähe ist ein solches Wohnquartier kaum vorstellbar. Das neue Quartier braucht Anbindung, punkt.1

Warum hat das so lange gedauert?

Eigentlich hätte die Machbarkeitsstudie schon längst fertig sein sollen – angepeilt war 2024. Der Verkehrsausschuss hatte die Verwaltung bereits im Januar 2022 beauftragt. Doch dann kamen personelle Engpässe, andere Projekte wie die Linie 17 und das Projekt „Stadtbahn Bonn-Niederkassel-Köln“ hatten Vorrang. Und obendrauf kam noch die schwierige Haushaltslage.1

Deshalb haben sich die Stadt Köln und der Rhein-Erft-Kreis zusammengetan: Der Rhein-Erft-Kreis übernimmt die Federführung und trägt 60 Prozent der Studienkosten, Köln steuert 40 Prozent bei. Ohne Fördermittel wären das rund 220.000 Euro – kein Pappenstiel in knappen Zeiten.1

Wann kann man mit der Bahn fahren?

Spoiler: Nicht so bald. Mobilitätsdezernent Ascan Egerer rechnet mit einer Bewilligungszeit von rund zwölf Monaten für den Förderantrag. Diese Zeit soll genutzt werden, um die Ausschreibung für die Machbarkeitsstudie vorzubereiten. Die Studie selbst wird dann noch einmal zwei bis drei Jahre dauern. Danach folgen Planungen, politische Abstimmungen – und wahrscheinlich auch Verhandlungen mit der Deutschen Bahn, die in Bocklemünd einen neuen S-Bahn-Haltepunkt plant.1

Mit einem Baubeginn noch in den 2030er Jahren ist laut Einschätzung der Kölnischen Rundschau kaum zu rechnen. Immerhin: Die Stadt Köln verspricht eine „umfassende und frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung“ und verschiedene Austauschformate mit den Bürgerinnen und Bürgern.1

Fazit: Verhaltener Optimismus – aber Geduld ist gefragt

Der eingereichte Förderantrag ist ein positives Signal für den Kölner Westen – keine Frage. Aber bis die Linie 4 tatsächlich über Bocklemünd hinaus rollt, braucht ihr noch eine Menge Geduld. Wer in Widdersdorf oder dem geplanten WDR-Wohnquartier lebt oder hinziehen möchte, muss sich noch eine Weile auf andere Verkehrsmittel verlassen. Wir halten euch auf dem Laufenden – versprochen!

Quellen

  1. Förderantrag eingereicht: Stadtbahn-Verlängerung – neues Wohnquartier in Bocklemünd braucht Anbindung – Kölnische Rundschau


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