Ingeborg Friebe, die erste Frau an der Spitze des NRW-Landtags, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Alles über ihr beeindruckendes Leben und politisches Erbe.
Traurige Nachrichten aus NRW: Ingeborg Friebe ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Ihr Name mag nicht jedem sofort etwas sagen – aber was diese Frau in ihrer politischen Karriere erreicht hat, ist wirklich beeindruckend. Sie war die erste Frau, die jemals an der Spitze des Landtags von Nordrhein-Westfalen stand. Und das war alles andere als selbstverständlich.1
Ingeborg Friebe wurde am 20. April 1931 in Braunschweig geboren. Ihre Karriere begann sie als Telefonistin und Schulsekretärin – und trotzdem kämpfte sie sich bis an die Spitze der NRW-Landespolitik. Seit 1950 war sie Mitglied der SPD. 1975 zog sie erstmals in den nordrhein-westfälischen Landtag ein.1
Parallel dazu machte sie auch auf kommunaler Ebene Geschichte: 1976 wurde sie als erste Frau überhaupt Bürgermeisterin von Monheim – und das, nachdem sie zuvor erfolgreich gegen die Eingemeindung der Stadt als Stadtteil Düsseldorfs gekämpft hatte. 21 Jahre lang blieb sie an der Spitze der Stadt. Kein Wunder, dass sie sich den Spitznamen „Mutter Courage“ verdiente.1
1985 wählte der Landtag Friebe zur Vizepräsidentin. Fünf Jahre später folgte dann der historische Moment: 1990 wurde sie als erste Frau in der Geschichte Nordrhein-Westfalens zur Präsidentin des Landesparlaments gewählt – ein Amt, das sie bis 1995 innehatte.1
Über ihre Zeit an der Spitze des Landtags sagte sie selbst: „Es hat Spaß gemacht.“ Besonders stolz war sie darauf, dass unter ihrer Führung Kinder und Kultur Einzug in den Landtag hielten.1
Nach ihrem Tod meldeten sich schnell hohe politische Stimmen zu Wort. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bezeichnete Friebe als „bedeutende, beeindruckende und wirkungsvolle Persönlichkeit in der Geschichte der Landespolitik“. Sie sei den Menschen stets auf Augenhöhe begegnet und habe mit ihrer ruhigen, aber bestimmten Art für viele Frauen in der Politik Türen geöffnet.1
Auch Landtagspräsident André Kuper hob ihre Vorbildfunktion hervor. „Sie war eine überzeugte Demokratin und über Parteigrenzen hinweg geachtet“, so Kuper. Das Amt habe sie mit Würde und Autorität ausgeübt – und sei dabei stets nah bei den Menschen geblieben.1
Fribebes Heimatstadt Monheim, die ihren Tod offiziell bekannt gab, hatte sie bereits zu Lebzeiten geehrt: Zum 90. Geburtstag im Jahr 2021 wurde der zentrale Platz rund um den Busbahnhof nach ihr benannt – der Ingeborg-Friebe-Platz. Außerdem war sie dort Ehrenbürgermeisterin. Mehrfach wurde sie zudem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.1
Ingeborg Friebe war eine Frau, die Barrieren eingerissen hat – nicht laut und mit großem Getöse, sondern konsequent, mit Haltung und einem klaren Blick für das, was ihr wichtig war. Ihr Leben zeigt: Egal wo man startet, man kann echte Veränderungen bewirken. NRW verliert mit ihr eine Frau, die das Land nachhaltig geprägt hat. Danke, Ingeborg.1
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