Der Kölner Projektentwickler Pandion AG ist insolvent – rund 3.800 Wohnungen und 200.000 m² Bürofläche hängen in der Luft.
Die Nachrichten schlagen ein wie eine Bombe – zumindest für alle, die gerade auf eine neue Wohnung oder ein Büroprojekt des Kölner Projektentwicklers Pandion AG gewartet haben. Das Unternehmen hat am 10. August beim zuständigen Insolvenzgericht in Köln ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt.1 Und das betrifft nicht nur die Muttergesellschaft: Gleich fünf weitere Unternehmen der Gruppe – darunter die Pandion Real Estate GmbH sowie Gesellschaften für Vertrieb, Design, Projektmanagement und Engineering – haben ebenfalls entsprechende Anträge gestellt.1
Schon eine Woche vor dem offiziellen Insolvenzantrag zeichnete sich ab, dass bei Pandion irgendetwas gehörig schief läuft. Am 3. August teilte das Unternehmen mit, eine am 5. August fällige Zinszahlung auf eine Unternehmensanleihe vorerst nicht leisten zu können.1 Der Grund: Eine unerwartete Liquiditätslücke, weil ein Finanzierungspartner einen wichtigen Baustein kurzfristig zurückgezogen hatte. Die anschließend eingeleiteten Maßnahmen brachten nicht genug frisches Geld – und so blieb am Ende nur noch der Gang zum Insolvenzgericht.1
Das ist natürlich die entscheidende Frage – vor allem für alle, die in einem der rund 3.800 geplanten oder im Bau befindlichen Wohnungen leben wollen oder auf einen der rund 200.000 Quadratmeter Bürofläche warten.1 Pandion hat zahlreiche laufende Projekte in mehreren deutschen Großstädten, etwa den Neubau an der Anzinger Straße im Münchner Stadtbezirk Berg am Laim oder das Wohnquartier Pandion Bel in Düsseldorf – ein Projekt direkt entlang der Toulouser Allee.1
Die gute Nachricht: Die Projektgesellschaften selbst sind laut Unternehmensangaben nicht von den Insolvenzanträgen betroffen. Pandion will seine laufenden Bau- und Entwicklungsprojekte deshalb möglichst fortführen und sucht dazu mit Projekt- und Finanzierungspartnern nach Lösungen.1 Wie das konkret aussieht und welche Projekte wirklich sicher sind, ist aber noch völlig offen.
Für die Beschäftigten gibt es zumindest kurzfristig eine Art Sicherheitsnetz: Die Gehälter für August, September und Oktober sind über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung durch die Bundesagentur für Arbeit abgesichert.1 Bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung – so wie es Pandion beantragt hat – führt das bisherige Management die Geschäfte grundsätzlich weiter. Bei wichtigen Entscheidungen muss es sich allerdings mit einem gerichtlich bestellten Sachwalter abstimmen. Bevor das alles greift, muss das Insolvenzgericht dem Antrag auf Eigenverwaltung erst noch zustimmen.1
Der Fall Pandion zeigt, wie fragil die Lage in der Immobilien- und Baubranche gerade ist. Wenn ein Finanzierungspartner abspringt, kann das ganze Häuser – im wörtlichsten Sinne – ins Wanken bringen. Ob alle Projekte tatsächlich fertiggestellt werden, bleibt abzuwarten. Wir halten euch auf dem Laufenden, wie sich die Situation weiterentwickelt. Mehr Wirtschaftsthemen aus NRW und ganz Deutschland findet ihr immer aktuell auf antenne.nrw.
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