NRW kämpft mit massiven Waldbränden: Im Hürtgenwald wütet der größte Brand in der Geschichte des Bundeslandes. Alle Infos und wichtige Verhaltenstipps.
Was gerade in NRW passiert, ist erschreckend: Zahlreiche Waldbrände wüten gleichzeitig im Bundesland – und wer aktuell draußen ist, merkt es sofort. Rauch in der Nase, Rauchwolken am Himmel, NINA-Warnungen auf dem Handy. Das ist gerade die Realität für viele Menschen in Nordrhein-Westfalen.1
Am schlimmsten trifft es den Hürtgenwald in der Eifel. Dort lodert im Moment der größte Waldbrand in der Geschichte NRWs. Die Flammen haben sich auf mindestens 200 Hektar Wald ausgebreitet. Der Brand ist sogar aus 63 Kilometern Entfernung – vom Petersberg bei Königswinter – sichtbar. Und selbst in Bochum hat die Warn-App NINA am Freitag eine „Geruchsbelästigung im Stadtgebiet“ gemeldet, obwohl es dort gar nicht brennt.1
Der Ortsteil Gey in Hürtgenwald wurde evakuiert – rund 2.000 Menschen sind betroffen. Eine von ihnen ist Manuela Maus-Mutscher, die mit ihrer Familie in einem Hotel untergekommen ist. Aus der Ferne sehen sie den Rauch aufsteigen. Ihr Zitat trifft ins Herz:
„Wir haben Angst und wissen nicht, wie es weitergeht. Ich stelle mir immer wieder die Frage: Habe ich in ein paar Tagen noch mein Haus?“
Die Einsatzkräfte wurden massiv aufgestockt – inzwischen sind 1.400 Menschen verschiedener Gewerke vor Ort. Sie arbeiten im Zwölf-Stunden-Rhythmus, kämpfen mit Atemmasken und Schläuchen gegen die Flammen. Ein Ende des Einsatzes ist noch nicht in Sicht – die Löscharbeiten werden nach aktueller Einschätzung mindestens bis Montag dauern. Der Brand ist stellenweise nur noch 100 Meter vom Ort Gey entfernt.1
Neben der Feuerwehr sind auch Polizei und Bundeswehr im Einsatz – inklusive Räumpanzern. Ein zusätzliches Problem: Alte Weltkriegsmunition im Wald bereitet den Einsatzkräften ernsthafte Sorgen.1
Hürtgenwald ist nicht der einzige Brennpunkt in NRW. Ein Überblick über weitere aktuelle Einsätze:1
Rund 45 Kilometer vom Großbrand in Hürtgenwald entfernt – im Hohen Venn in Belgien – breitet sich ebenfalls ein riesiges Feuer aus. Laut BRF stehen dort gut 850 Hektar Wald in Flammen. Die Rauchwolken sind kilometerweit bis nach Monschau und Simmerath zu sehen. Die NINA-App warnt auch dort noch vor Geruchsbelästigung.1
NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen hat im WDR-Interview klar appelliert: „Wichtig ist, dass die Menschen bitte aus den Wäldern rausbleiben, egal, ob es schon brennt oder nicht.“ Der Deutsche Wetterdienst warnt zudem, dass am Wochenende in vielen Regionen NRWs mittlere bis stellenweise hohe Waldbrandgefahr besteht.1
Die Feuerwehr bittet dringend darum:
Bleibt safe, haltet die Augen offen – und lasst die Einsatzkräfte in Ruhe ihren Job machen. Keine Gaffer bitte! Die Situation ist ernst genug.1
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