Die Nosferatu-Spinne taucht in Köln immer häufiger auf. Was du über die Mittelmeer-Spinne wissen musst und wie du sie loswirst, erfährst du hier.
Wer in diesem Sommer in Köln eine ungewöhnlich große Spinne entdeckt hat, war damit nicht allein. Die sogenannte Nosferatu-Spinne taucht in NRW immer häufiger auf – und Experten sind sich einig: Das wird so bleiben. „Wir müssen auf jeden Fall lernen, mit ihr zu leben“, sagt Holger Sticht, geschäftsführender Vorstand des BUND.1 Kein Grund zur Panik, aber ein paar Dinge solltest du über das achtbeinige Tier auf jeden Fall wissen.
Der wissenschaftliche Name lautet Zoropsis spinimana. Ursprünglich stammt sie aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika. Ihren gruseligen Namen verdankt sie ihrem auffälligen Rückenmuster und ihren nach vorn gerichteten Kieferklauen – die erinnern an den Vampir aus dem Stummfilm von 1922.1 In Deutschland wurde sie erstmals 2005 nachgewiesen und breitet sich seitdem immer weiter aus.
Der Grund dafür? Laut Sticht kommen zwei Faktoren zusammen: der Klimawandel mit heißen Sommern und milden Wintern sowie der internationale Warenverkehr, über den die Spinne unbemerkt eingeschleppt wird.1 Einen Lieblingsort hat sie dabei übrigens nicht – überall dort, wo es Pflanzen gibt, kann sie auftauchen.
Mit rund anderthalb Zentimetern Körperlänge und einer Beinspannweite von bis zu fünf Zentimetern ist die Nosferatu-Spinne deutlich größer als viele heimische Spinnenarten. Weibchen fallen dabei laut NABU etwas größer aus als Männchen.1
Gefährlich? Nur bedingt. Zwar kann sie die menschliche Haut durchbeißen, tut das aber nur, wenn sie sich bedroht fühlt. Ein Biss kann für einige Tage Rötungen und Ausschlag verursachen – vergleichbar mit einem Wespenstich. Wie stark die Reaktion ausfällt, hängt vor allem davon ab, ob man allergisch reagiert.1
Peter Klaas, der seit 35 Jahren das Insektarium im Kölner Zoo leitet, erklärt: Männchen überleben in der Regel nur ein einziges Jahr. Weibchen dagegen suchen sich rechtzeitig ein Winterquartier – und das liegt selten in der Wohnung. „In überheizten Wohnungen vertrocknen die Tiere“, so Klaas.1 Viel lieber mögen sie die Restwärme von Mauern oder aufgeheizten Steinen, kombiniert mit etwas Feuchtigkeit. Kellerschächte, Hausfassaden oder Eingangsbereiche sind für sie ideal. Im Herbst und Winter fallen die Weibchen in eine Art Winterstarre – deshalb werden dann kaum Spinnen in Wohnungen gesichtet.
Am besten: Ruhe bewahren. Die Nosferatu-Spinne ist trotz ihrer Einwanderung keine invasive Art und bedroht das bestehende Ökosystem nicht – das bestätigt eine Sprecherin der Stadt Köln.1 Melden musst du einen Fund also nicht. Wer zur Forschung beitragen möchte, kann Bild- oder Videomaterial im Meldeportal des NABU-Projekts „Naturgucker“ hochladen.
Willst du sie loswerden? So geht’s ohne Stress:
Wer es gar nicht erst so weit kommen lassen will: Die Stadt Köln empfiehlt Insektengitter an Fenstern und Terrassentüren als wirksamste Methode.1
Die Aufregung um die Nosferatu-Spinne ist laut BUND-Experte Sticht etwas übertrieben. Dass sie so viel Wirbel verursacht, liege vor allem daran, dass sie hierzulande noch relativ neu ist und ihr Aussehen Eindruck macht. Sein entspanntes Fazit: „Andere europäische Länder leben schon viel länger mit ihr – und die sind auch noch da.“1 Also: durchatmen, Glas bereitstellen und einfach weitermachen.
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