Kölns zweitgrößte Kirche St. Agnes wird für 13 Millionen Euro generalsaniert. Was bei Fassade, Fenstern und Elektrik passiert und wie der Zeitplan aussieht.
Wer in Köln an der Kirche St. Agnes vorbeiläuft, sieht sie schon von Weitem: das Gerüst, das in wenigen Wochen den gesamten Turm umfassen wird. Kölns zweitgrößte Kirche bekommt gerade eine komplette Generalüberholung – und das ist ein echtes Mammutprojekt. Drei Jahre Bauzeit, rund 13 Millionen Euro Kosten und jede Menge handwerkliche Arbeit stecken dahinter. Aber keine Sorge: Die Kirche bleibt während der gesamten Bauzeit für Besucher geöffnet!1
Architekt Max Ernst, der die Baustelle zusammen mit seinem Sohn Philipp leitet, erklärte bei einer Besichtigung, was in den kommenden Jahren alles anfällt. Die Arbeiten teilen sich in zwei große Abschnitte auf und betreffen so ziemlich alles – von außen bis innen.1
Im Inneren der Kirche ist ordentlich was los. Eine riesige weiße Staubschutzwand trennt die Baustelle vom Kirchenbereich, in dem weiterhin Gottesdienste stattfinden. Querhaus und Chor bleiben vorerst unangetastet – das kommt im zweiten Bauabschnitt dran.1
Im Langhaus, den Seitenschiffen, der Sakristei und der Empfangshalle laufen bereits die Arbeiten des ersten Abschnitts. Die Hauptorgel, das Rückpositiv und wertvolle Ausstattungsstücke wie Bilder und Figuren sind sicher eingehaust oder eingelagert. Selbst die Pietà – sie war für das Lager zu groß – steht noch an ihrem Platz, wurde aber komplett verhüllt.1
Besonders cool: Aus dem früheren Lagerraum hinter dem linken Seiteneingang entsteht ein neuer Begegnungsraum, abgegrenzt durch zwei hohe Glastüren in den Spitzbögen. Außerdem wird eine barrierefreie Toilette gebaut, und die Lichtinstallation „Spero Lucem“ bekommt nach den Arbeiten ihren Platz zurück.1
Die neugotische Hallenkirche ist 80 Meter lang, 40 Meter breit und wurde von 1896 bis 1901 in Ziegelbauweise errichtet. Mit ihrem 61 Meter hohen Turm ist St. Agnes nach dem Dom die größte Kirche Kölns. 1980 zerstörte ein Großbrand den Dachstuhl – danach wurde das ursprüngliche Gewölbe rekonstruiert.1
Damals war es Karl-Josef Ernst aus Zülpich, dessen Büro sich auf Kirchenbauten spezialisiert hatte, der den Wiederaufbau verantwortete. Heute sind sein Sohn Max und sein Enkel Philipp mit der Sanierung betraut. „Es ist schön, dass unser Büro wieder beteiligt ist“, so Max Ernst.1
Den Löwenanteil der rund 13 Millionen Euro Sanierungskosten trägt das Erzbistum Köln. Die Gemeinde selbst muss sich mit 650.000 Euro für Arbeiten im Innenraum beteiligen – und ist deshalb auf Spenden angewiesen. Das Geld wird zum Beispiel für neue Leuchten, Lautsprecher und die Einrichtung des neuen Gemeinschaftsraums gebraucht, erklärt Birgitt Caspers vom Kirchenvorstand.1
Citypfarrer Dominik Meiering betont dabei: „Uns war es wichtig, dass St. Agnes auch während der Bauzeit ein offener Ort bleibt.“ Und viele Besucherinnen und Besucher empfänden den kleineren, nutzbaren Kirchenraum sogar als angenehm – weil die Atmosphäre intimer wirke. Klingt fast wie ein unerwartetes Upgrade, oder?1
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!