Die Ausstellung „Neuro-Noise
Genau diese Frage stellt die inklusive Ausstellung „Neuro-Noise: Ich bin nicht normal. Das ist meine Identität“ im Kunsthaus Rhenania in Köln. Vom 20. August bis zum 1. September bringt der Verein club68köln, Verein für Behinderte und Nichtbehinderte, Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Literatur, Musik, Video und Performance zusammen – und rückt dabei das Thema Neurodiversität in den Mittelpunkt.1
Das DWI Leibniz Institut für interaktive Materialien beschreibt Neurodiversität als „die natürliche Bandbreite neurologischer Unterschiede beim Fühlen, Denken, Lernen und Wahrnehmen“ – ein Konzept, das anerkennt, dass es nicht nur eine einzige „normale“ Art gibt, wie das menschliche Gehirn funktioniert.1 Und genau darum geht’s bei Neuro-Noise: Raum schaffen für all jene Denkweisen, die allzu oft aus dem Raster fallen.
Die Ausstellung ist alles andere als ein stilles Galerierlebnis. Live-Konzerte von Bands wie Tylee and the Gang, Blarg und Xioring sorgen für ordentlich Energie.1 Dazu kommen interaktive Auftritte von Pascal Behrendt – Maler und Pädagoge, der mit dem Slogan „ADHS ist Power“ seine künstlerische Antriebskraft auf den Punkt bringt. Lesungen von Evdokia Michailidou, ein Workshop „Neuro-Sounds“, Diskussionsformate und eine offene Chorprobe mit dem Ensemble von „Stimmjeföhl“ (24. August, 20 bis 22 Uhr) runden das Programm ab.1
Pascal Behrendt erklärt sein Engagement so: „Ich habe immer wieder gemerkt, dass ich als Person mit ADHS wie auch andere Menschen mit Autismus-, Depression- oder Schizophrenie-Diagnosen aus dem System herausfalle. Das Thema Neurodiversität ist signifikant für die junge Generation unserer Zeit, die teilweise nicht verstanden oder als nicht so wichtig erachtet wird, gerade auch in der Politik.“1 Klare Worte – und eine Message, die sitzt.
Mitorganisator Hans Günter Brands betont, dass bei Neuro-Noise besonders Jugendliche im Fokus stehen. Digitales Mobbing und Ausgrenzung prägen den Alltag vieler junger Menschen, die als „anders“ wahrgenommen werden.1 Die Ausstellung will genau hier ansetzen und ein Zeichen setzen.
„Diese Ausstellung ist auf jeden Fall auch ein politisches Statement“, so Pascal Behrendt.1 Das Veranstaltungsteam – bestehend aus Evdokia Michailidou, Pascal Behrendt und Hans Günter Brands – möchte mit Neuro-Noise den Raum des Normativen ins Grenzenlose erweitern. Klingt nach einem Event, das man nicht verpassen sollte.
Neuro-Noise ist genau der Typ Event, der Kunstgenuss mit echter Haltung verbindet. Ob Live-Musik, Lesungen oder Workshops – hier bekommt ihr ein Programm, das unter die Haut geht und gleichzeitig zum Nachdenken bringt. Wer in Köln ist und sich fragt, was Normalität eigentlich bedeutet: Das ist eure Chance, Antworten zu finden – oder die richtigen Fragen zu stellen.1
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