Das Dechant-Scheben-Haus in Porz wird abgerissen – nach jahrelanger Verzögerung durch einen alten Mietvertrag. Was an seiner Stelle entsteht, erfährst du hier.
Wer schon mal durch Porz-Mitte geschlendert ist, kennt es vielleicht noch: das Dechant-Scheben-Haus direkt an der Pfarrkirche Sankt Josef. Fast ein halbes Jahrhundert lang war es der Treffpunkt schlechthin – für Karnevalsveranstaltungen, Kulturabende und jede Menge gemeindliches Leben. Jetzt fällt es. Die Abrissarbeiten haben begonnen, und das Haus wird buchstäblich Stück für Stück abgetragen.1
Eigentlich hätte das Dechant-Scheben-Haus schon viel früher fallen sollen. Schon 2018 verkaufte die katholische Gemeinde Porz das Gebäude an die Stadt Köln – die großen Pläne zur Umgestaltung des ehemaligen Marktplatzes und seiner Umgebung lagen längst auf dem Tisch. Aber dann kam ein alter Mietvertrag dazwischen: Die Deutsche Bank beharrte auf ihrem Mietrecht für die Erdgeschoss-Räumlichkeiten, das bis 2026 lief. Solange die Bank drin war, blieb der Abriss auf Eis.1
Erst nach dem Auszug der Deutschen Bank und weiterer Mieter im Frühsommer konnte es wirklich losgehen. Seitdem ist das 1976 eingeweihte Gemeindezentrum eingezäunt, und ein riesiger Kran mit 45 Meter Ausleger ragt in den Porzer Himmel.1
Klingt einfach? Ist es nicht. Das Abbruchunternehmen AVR aus Leverkusen – begleitet vom Kölner Architekturbüro Brück-Dürkopp – steht vor einer echten logistischen Herausforderung. Denn ringsherum ist kaum Platz:1
„Die Rückbaustatik inmitten der Stadt ist enorm kompliziert“, sagt Verwaltungsleiter Andreas Kondziella von der Katholischen Gemeinde. Jedes zerlegte Stück muss vom Kran abtransportiert werden, und die verschiedenen Materialien müssen sachgerecht getrennt entsorgt werden. Gestartet wurde ganz oben – im sogenannten Teehaus im obersten Stockwerk.1
Ist das Dechant-Scheben-Haus erst mal weg, soll an seiner Stelle ein neuer Freiraum entstehen, der direkt in die Umgestaltung der Bahnhofstraße eingebunden wird. Der künftige Platz ist als Verbindung zur Neuen Porz Mitte gedacht – deren Gebäude stehen bereits. Auch das einstige Straßenniveau rund um die Kirche wird wiederhergestellt, was einen barrierefreien Zugang zur Pfarrkirche Sankt Josef ermöglicht.1
Und noch etwas verändert sich: Da die bisherige Sakristei direkt in den Betonbau integriert war, braucht die Gemeinde danach eine neue. Der neue Sakristei-Anbau an Sankt Josef soll im Frühjahr starten und optisch eine Verbindung zwischen der Kirche und den neuen Häusern schaffen.1
Auch das Porzer Fastelovends-Plätzchen mit der Bronzefigur der „Strandbads Marie“ und den Plaketten zahlreicher Karnevalsgesellschaften ist bereits abgebaut. Wo die eingelagerten Objekte künftig einen neuen Platz finden, steht noch nicht fest.1
Laut Kondziella liegen die Arbeiten gut im Zeitplan. Anfang 2027 soll der Abriss komplett abgeschlossen sein. Dann übergibt die Gemeinde das provisorisch geglättete Grundstück an die Stadt Köln, die die Umgestaltung der Bahnhofstraße weiter vorantreiben kann. Die Kosten für den Abriss trägt übrigens die Stadt – so steht es im Vertrag.1
Klar, viele Menschen in Porz hängen an dem alten Gemeindezentrum und haben dort persönliche Erinnerungen. Aber Kondziella ist überzeugt: Die Umgestaltung der Porzer Fußgängerzone in Ergänzung der Neuen Mitte werde für die Bevölkerung „ein Riesengewinn“ sein. Wir sind gespannt, wie Porz-Mitte in ein paar Jahren aussieht!1
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