Wassereinbruch im Rathaus Solingen: Starkregen und Dacharbeiten sorgen für Chaos auf vier Etagen. Die Feuerwehr hatte die Lage gegen 21 Uhr im Griff.
Was erstmal wie ein klassischer Feuerwehreinsatz klingt, entpuppte sich am Abend des 19. August als echter Kraftakt für die Einsatzkräfte in Solingen: Im Rathaus am Walter-Scheel-Platz schlug die Brandmeldeanlage um 18:55 Uhr Alarm. Der Grund? Kein Feuer – sondern ein massiver Wassereinbruch vom Dach, der einen Kurzschluss in einem Melder im Treppenraum auslöste.1
Das Zusammentreffen von laufenden Dacharbeiten am Entwässerungssystem und einem heftigen Regenschauer war der Auslöser für das Chaos. Durch diese unglückliche Kombination drang massiv Wasser vom Dach in den Treppenraum des Rathauses an der Ecke Merianstraße / Cronenberger Straße ein – und das auf gleich vier Geschossen.1
Zunächst versuchte die vor Ort anwesende Haustechnik, die Lage selbst in den Griff zu bekommen: Große fahrbare Papiermülltonnen und ähnliche Behälter wurden kurzerhand unter die Einbruchstellen gestellt, um das Wasser aufzufangen. Volle Behälter wurden rausgebracht, leere reingestellt – improvisioniert, aber effektiv als erste Maßnahme. Gleichzeitig arbeitete die Dachdeckerfirma bereits auf dem Dach an einer Lösung.1
Doch schnell war klar: Ohne die Feuerwehr geht hier nichts. Das Einsatzstichwort wurde auf „Wassereinbruch“ geändert und weitere Kräfte nachalarmiert. Die FuRW I von der Katternberger Straße war bereits mit Einsatzleitwagen, Löschfahrzeug und Drehleiter vor Ort. Dazu kam der Rüstwagen der Wache III sowie die Löscheinheit 3 aus Mangenberg.1
Der Plan: oben und unten gleichzeitig ran. Auf dem Dach pumpten die Einsatzkräfte mit Tauchpumpen das stehende Wasser ab, damit die Dachdecker ihre Abdichtarbeiten durchführen konnten. Im Gebäude selbst wurde das eindringende Wasser auf vier Stockwerken aufgefangen und nach draußen befördert – teils manuell, teils mit Wassersaugern. Das klingt nach echter Knochenarbeit, war es auch.1
Gegen 21:00 Uhr war die Situation unter Kontrolle. Dank des schnellen und konsequenten Eingreifens aller Beteiligten konnte der Wasserschaden auf den Treppenraum sowie die direkt angrenzenden Flure und Büros begrenzt werden. Weitere Maßnahmen auf dem Dach durch die Dachdeckerfirma sollen zusätzliche Wassereinbrüche verhindern.1
Wie stark die betroffenen Bereiche im Rathaus eingeschränkt sind, wird noch vom Gebäude-Management geprüft. Nach aktueller Einschätzung ist der Rathausbetrieb aber nur geringfügig beeinträchtigt – ein echtes Glück im Unglück.1
Was dieser Einsatz zeigt: Manchmal ist es gar kein Feuer, das den größten Schaden anrichten kann. Starkregen, laufende Bauarbeiten und ein unglücklicher Moment können reichen, um ein ganzes Rathaus in Aufruhr zu versetzen. Dass hier so vieles schlimmer hätte ausgehen können, verdankt Solingen dem beherzten Eingreifen von Haustechnik, Feuerwehr und Dachdeckerfirma gemeinsam. Hut ab!1
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!