Die dritte Kraftwerkssprengung in Voerde am 21. August lief pünktlich und reibungslos ab. Alle Infos zum Ablauf, den Sperrungen und den Plänen für das Gelände.
Der Moment, auf den viele gewartet haben, ist Geschichte: Am 21. August 2026 wurde in Voerde pünktlich um 12 Uhr das 90 Meter hohe Kesselhaus „Block B“ gesprengt – zusammen mit zwei benachbarten Entstickungsanlagen. In einem früheren Beitrag haben wir euch bereits erklärt, was ihr zur dritten Kraftwerkssprengung in Voerde wissen musstet. Jetzt gibt es das volle Update: So hat der Tag wirklich ausgesehen.2
Punkt 12 Uhr leuchtete das Sprengmittel im unteren Drittel des Kraftwerks auf – dann ein lauter Knall, und eine riesige Staubwolke zog über das Rheinufer. Wenige Minuten später waren die verbliebenen Gebäudeteile wieder zu sehen. RWE bestätigte auf WDR-Nachfrage: Die Sprengung sei gut gelaufen. „Es gab Applaus in der Leitung“, so ein Sprecher des Unternehmens.1
Auch die Polizei gab an, dass alles reibungslos verlief. Bürgermeister Dirk Haarmann zog ein klares Fazit: „Alles ist gut gelaufen.“ Er hofft, dass es mit dem Rückbau der verbleibenden Anlagen „möglichst schnell“ weitergeht – weitere Sprengungen sollen in den kommenden Monaten, spätestens im nächsten Jahr folgen.1
Wer früh genug vor Ort war, erlebte einen stimmungsvollen Morgen am Rheinufer. Rund 100 Menschen hatten sich auf Höhe der „Rheinwacht“ versammelt, um die Sprengung aus erster Reihe zu verfolgen. Darunter auch Marianne und Manfred Tiemann aus Möllen, etwa zwei Kilometer entfernt – die bisherigen Sprengungen hatten sie von zu Hause aus verfolgt, diesmal wollten sie live dabei sein. „Ach, das wird schon gut gehen. Meine ich jedenfalls“, sagte Marianne Tiemann vor dem großen Moment.1
Gastronomin Sandra Böhmer vom direkt neben dem Kraftwerk gelegenen „Strandhaus Ahr“ verfolgte die Sprengung von einer Buhne aus. Kurz vor dem Knall war sie nach eigenen Angaben ein bisschen nervös – danach stand für sie vor allem eine Frage im Vordergrund: Was hat die Staubwolke hinterlassen? „Die Rauchwolke ist genau in meine Richtung gezogen. Da wird so eine dicke Staubschicht sein – viel zu putzen!“, sagte sie. Beim Vorgespräch am Morgen war Böhmer noch entspannter: „Man gewöhnt sich an alles.“ Bei der letzten Sprengung, bei der die hohen Kühltürme fielen, sei sie nervöser gewesen.1
Bereits seit 10 Uhr galt rund um die Anlagen ein Sicherheitsradius von 350 Metern. Einzelne Gebäude an der Ahrstraße und Frankfurter Straße mussten geräumt werden, die Frankfurter Straße war zwischen Steinstraße und Friedrichstraße vollständig gesperrt. Auch der Schiffsverkehr auf dem Rhein ruhte rund um die Sprengung – kurz nach 12 Uhr waren aber bereits wieder mehrere Containerschiffe unterwegs.1
Die Straßensperrungen dauerten etwas länger als zunächst erwartet: Eine umliegende Straße musste erst gereinigt werden, weil durch die Sprengung Teile des Kraftwerks auf der Fahrbahn gelandet waren. Gegen 13:49 Uhr wurden die Sperrungen schließlich aufgehoben – Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger kamen wieder durch.1
Der Rückbau ist noch lange nicht abgeschlossen. RWE will das rund 60 Hektar umfassende Kraftwerksgelände für eine neue Nutzung vorbereiten. Unter anderem ist ein wasserstofffähiges Gaskraftwerk geplant. Große Teile der Fläche sollen nach bisherigen Planungen bereits im ersten Halbjahr 2027 wieder nutzbar sein. Das Steinkohlekraftwerk in Voerde war 2017 stillgelegt worden – was einst ein Industriekoloss war, macht nun Schritt für Schritt Platz für die Zukunft.1
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