Foto wurde mit
KI generiert
Wind in den Haaren für alle: „Radeln ohne Alter
24. August 2026

„Radeln ohne Alter

Kostenlose Rikscha-Fahrten für Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind

„Ach, ist das schön!“ – so reagiert Rita Volkert, als die Rikscha Richtung Flora in Köln abbiegt. Für die Seniorin ist das keine Selbstverständlichkeit: Lange Wege fallen ihr schwer, die Bahn ist keine Option. Doch dank des Vereins „Radeln ohne Alter“ kommt sie wieder in Ecken der Stadt, die sie sonst nicht mehr erreichen würde. Und das Beste daran? Komplett kostenlos.1

Eine Bewegung, die in Kopenhagen begann

Die Idee hinter „Radeln ohne Alter“ ist genauso simpel wie genial. 2012 radelte der Sozialunternehmer Ole Kassow in Kopenhagen täglich an einem Pflegeheim vorbei, vor dem immer derselbe ältere Herr saß. Irgendwann hielt er an, fragte, ob der Mann nicht wieder Fahrrad fahren wolle – und aus einer geliehenen Rikscha wurde eine weltweite Bewegung. Heute ist „Radeln ohne Alter“ in mehr als 50 Ländern aktiv, allein in Deutschland gibt es über 150 Standorte.1

In Köln startete der Verein 2020, und mittlerweile ist die 34. Rikscha im Einsatz. Über 100 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt mit dabei. Für dieses Engagement verleiht die Stadt Köln dem Verein nun den städtischen Ehrenamtspreis „Köln Engagiert“.1

Das Recht auf Wind in den Haaren

Das internationale Vereinsmotto bringt es auf den Punkt: „Das Recht auf Wind in den Haaren in jedem Lebensalter.“ Bernhard Riedl, einer der sogenannten Kapitäne, die an den Standorten die Koordination übernehmen, fragt seine Fahrgäste auf kleinen Hügeln im Rheinpark gerne: „Sollen wir mal den Wind ein bisschen durch die Haare wehen lassen?“ Die Antwort ist fast immer ein klares Ja – mit einem Grinsen im Gesicht.1

Die Ausfahrten dauern eine bis anderthalb Stunden, und der Fahrgast entscheidet selbst, wohin es geht. Beliebte Ziele sind der Rheinpark, die Flora, der frühere Wohnort oder einfach ein Stopp in einem Café oder einer Eisdiele. Auf der Rikscha ist Platz für zwei Personen – Angehörige, die gerade zu Besuch sind, können also einfach mitfahren.1

Mehr als nur eine Ausfahrt – ein Weg aus der Einsamkeit

Riedl selbst kam eher zufällig zu diesem Ehrenamt, über einen Mitstreiter aus seinem früheren Nachbarschaftsverein. Seine erste Fahrt allein führte ihn mit einer „urkölschen Frau“ am Rhein entlang – in anderthalb Stunden erzählte sie ihm ihr gesamtes Leben. „Ein unvergessliches Erlebnis“, sagt er. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm auch eine Fahrt mit einer beginnend dementen Seniorin während der Corona-Zeit, die alle paar Minuten aus tiefstem Herzen sagte, wie schön es sei, so etwas noch erleben zu dürfen. „Das war absolut beeindruckend und auch für mich wie ein Geschenk.“1

Gesprächsstoff gibt es immer, mit Stammgästen entstehen oft enge Verbindungen bis hin zu Freundschaften. „Radeln ohne Alter“ ist für viele Fahrgäste auch ein direkter Weg aus der Einsamkeit – und das auf ganz unkomplizierte Art. Riedl bringt es so auf den Punkt: „In dem Moment, wo wir unterwegs sind, hat sich das erledigt mit der Einsamkeit.“1

So funktioniert der Verein – und wie du mitmachen kannst

Zu jeder Rikscha gehört ein Team von sechs bis 15 Freiwilligen, in der Südstadt sogar fast 30. Manche fahren wöchentlich, andere alle zwei Wochen. Die Rikschas kosten zwischen 7.000 und 13.000 Euro, zum Start finanzierte die Stadt Köln elf Stück. Für weitere Fahrzeuge ist der Verein auf Spenden angewiesen.1

Eine Zielgruppe möchte der Verein künftig noch stärker erreichen: Menschen, die noch zu Hause wohnen, aber kaum noch vor die Tür kommen. „Manche empfinden eine gewisse Scham, ein solches kostenloses Angebot überhaupt anzunehmen“, sagt Riedl. Dabei ist die Botschaft klar: Das Angebot ist für alle da – ohne Wenn und Aber. Wer eine Fahrt anfragen möchte oder selbst als freiwillige Fahrerin oder freiwilliger Fahrer einsteigen will, findet alle Infos und Kontakte für 23 Kölner Standorte auf der Vereinswebseite.1

  • Kostenlose Rikscha-Fahrten für weniger mobile Menschen
  • Über 100 Ehrenamtliche im gesamten Kölner Stadtgebiet
  • 34 Rikschas aktuell im Einsatz
  • Platz für zwei Fahrgäste pro Fahrt
  • Kontakt und Anmeldung: www.radelnohnealter.koeln

Quellen

  1. „Radeln ohne Alter“ ermöglicht weniger mobilen Menschen kostenlose Rikscha-Fahrten – Kölnische Rundschau


Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2026 The Radio Group Holding GmbH

Newsletter

Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven! 

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich.