Eine 63-Jährige fuhr in Bochum nach einem medizinischen Notfall fast einen Kilometer weit in einen U-Bahn-Tunnel.
Das klingt wie aus einem Actionfilm, ist aber leider bittere Realität: Am Montag ist eine 63-jährige Bochumerin nahe des Bochumer Stadions mit ihrem Auto in einen U-Bahn-Tunnel gefahren – und das fast einen ganzen Kilometer weit! Der Grund: Die Frau hatte laut der Feuerwehr Bochum einen medizinischen Notfall erlitten und dadurch die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren.1
An der Haltestelle „Vonovia Ruhrstadion“ fuhr die 63-Jährige in den U-Bahn-Schacht. Ihr Auto passierte im Tunnel sogar die Haltestelle „Planetarium“ und kam erst kurz vor der Stadtbahn-Station des Bochumer Hauptbahnhofs zum Stehen.1 Den genauen Unfallhergang ermittelt jetzt die Polizei Bochum.
Zum Glück kam es zu keiner Kollision mit einer Bahn – aber eine Straßenbahn, die sich auf dem betroffenen Streckenabschnitt befand, musste trotzdem evakuiert werden. Sowohl die Gleise als auch die Schaltanlage im Tunnel wurden durch den Vorfall beschädigt.1
Die Bochumer Feuerwehr hat dann in Zusammenarbeit mit der Bogestra ganze Arbeit geleistet: Das Auto wurde am Mittag mit hydraulischem Rettungsgerät auf zwei Rollwagen gehoben und mithilfe eines Wartungsfahrzeugs der Bogestra rückwärts aus dem Tunnel gezogen. Anschließend transportierte ein Abschleppunternehmen das Fahrzeug ab.1 Klingt aufwendig – war es wohl auch.
Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann betont, dass durch den Vorfall keine anderen Personen gefährdet wurden: „Es hat nur eine Eigengefährdung der Fahrerin vorgelegen. Das mehr hätte passieren können, ist weit hergeholt.“1
Die Leitstelle der Bogestra überwacht die Kameras der U-Bahn-Stationen und -Tunnel rund um die Uhr. Bei einem solchen Vorfall wird der Bahnverkehr sofort manuell gestoppt – eine vollautomatische Erkennung, die ohne menschliches Eingreifen reagiert, gibt es bislang nicht. Kollmann erklärt dazu: „Es bringt nichts, wenn die Straßenbahn alle paar Meter eine Gefahrenbremsung macht und damit Fahrgäste gefährdet.“1 Automatische Kollisionswarnsysteme existieren bisher nur als Pilotsysteme in der Erprobung.
Übrigens: So ein Vorfall ist wirklich extrem selten – laut Bogestra ist so etwas zuletzt vor 13 Jahren passiert.1
Die 63-Jährige wurde direkt vor Ort von Rettungskräften untersucht. Der Unfall ereignete sich aufgrund eines internistischen Notfalls. Die Frau wurde anschließend zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.1
Nach dem Unfall war die Stadtbahnstrecke zwischen Stadion und Hauptbahnhof in beiden Fahrtrichtungen gesperrt, die Bogestra hatte einen Schienenersatzverkehr eingerichtet. Aber gute Nachrichten für alle Pendlerinnen und Pendler: Am Dienstagmorgen fuhren die Linien 308 und 316 wieder ganz normal – keine Einschränkungen mehr!1 Die Bogestra prüft jetzt noch den entstandenen Schaden an Tunnel und Gleisen.
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