Hürth baut die Martinusschule in Fischenich für 27 Millionen Euro aus – mit einem Multifunktionssaal für 300 Personen.
Lang haben sie gewartet – die Schulgemeinde und die Dorfgemeinschaft in Hürth-Fischenich. Aber jetzt ist es soweit: In den Sommerferien wurde der marode Pavillon auf dem Gelände der Martinusschule neben der Schwimm- und Turnhalle abgebrochen. Das Baufeld entlang der Straße Rebenfeld ist damit frei – und das 27-Millionen-Euro-Projekt kann in die nächste Phase gehen.1
Der geplante Neubau klingt richtig stark: Ein Gebäude mit leicht geneigtem Satteldach, Unterrichtsräumen im Obergeschoss – angeordnet in praktischen Clustern mit Nebenräumen – und als absolutes Highlight ein Multifunktionssaal für bis zu 300 Gäste. Tagsüber dient der Saal als Schülerrestaurant, nach der Schule steht er den örtlichen Vereinen offen.1
Damit nicht genug: Die Martinusschule soll künftig drei Klassenzüge und bis zu 300 Kinder aufnehmen können – das ist rund 50 Prozent mehr als bisher. Den Baubeschluss hatte der Planungsausschuss bereits im Februar 2024 gefasst.1
Eigentlich sollte der Bau schon in der zweiten Jahreshälfte 2025 starten. Daraus wurde nichts – Stadtsprecherin Martina Thiele-Effertz nennt Verzögerungen bei der Planung, bei der Leistungsbeschreibung für einen Generalunternehmer und beim laufenden Vergabeverfahren als Gründe. Die Stadt rechnet jetzt damit, den Auftrag im März 2027 vergeben zu können. Mitte Mai soll dann – nach aktuellem Zeitplan – mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden.1
Damit der Neubau die benachbarten Gebäude nicht überragt, wird er 4,50 Meter tief in den Boden eingelassen. Dafür muss zunächst eine fünf Meter tiefe Baugrube ausgehoben werden – wegen der beengten Platzverhältnisse wird sie mit Spundwänden gesichert. Bereits im November sollen entlang der Straße Rebenfeld Bäume gefällt werden, die der Baustelle weichen müssen. Dafür wird später Ersatz gepflanzt. Die Fernwärmeleitungen hat der Stadtwerke bereits 2025 und im ersten Halbjahr 2026 verlegt.1
Die provisorischen Klassencontainer auf dem Schulgelände werden nach Fertigstellung abgebaut. Gesamtkosten für das Projekt: 27,1 Millionen Euro.1
Ortsvorsteher Norbert Gräfen nimmt die temporären Einschränkungen – unter anderem muss die Dorfgemeinschaft mit ihren Festen auf die unteren Schulhöfe ausweichen – gern in Kauf. Kein Wunder: Seit der Schließung des Saals Hülsenbusch vor zehn Jahren fehlt in Fischenich ein ausreichend großer Raum für Veranstaltungen wie Karneval. „Wir hoffen, dass wir die übernächste Proklamation im neuen Saal feiern können“, sagt Gräfen.1 Und ehrlich gesagt – das klingt nach einem Plan, auf den es sich lohnt zu warten!
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