Fast neun Jahre nach einem Mord in Bedburg rollt die EG Cold Cases den Fall neu auf – ein Hinweis aus der Bevölkerung brachte die Wende.
Ein Hinweis aus der Bevölkerung hat alles verändert: Fast neun Jahre nach einem ungeklärten Mordfall in Bedburg hat die Staatsanwaltschaft Köln gemeinsam mit der Kriminalpolizei die Ermittlungen neu aufgerollt. Am frühen Donnerstagmorgen (27. August) durchsuchten Einsatzkräfte drei Privatwohnungen – zwei in Bedburg und eine in Kamp-Lintfort im Kreis Wesel. In Kamp-Lintfort trafen die Ermittler auf einen 40-jährigen Mann, der im Rahmen des wegen Mordes geführten Ermittlungsverfahrens erkennungsdienstlich behandelt wurde.1
Alles begann am Morgen des 25. November 2017: Ein Spaziergänger entdeckte einen 46-jährigen Mann aus Bergheim mit einer schweren Schussverletzung in seinem VW Golf – abgestellt auf dem Wanderparkplatz „Peringsmaar“ in Bedburg. Rettungskräfte brachten den Schwerverletzten sofort in eine Klinik, wo er intensivmedizinisch behandelt wurde. Im August 2018 erlag er schließlich seinen Verletzungen.1
Bei der Tatortaufnahme entdeckten die Ermittler mehrere Einschusslöcher in umliegenden Verkehrsschildern sowie am Fahrzeug selbst. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen geht die Kriminalpolizei davon aus, dass die Tat bereits zwei Tage vor dem Auffinden des Mannes begangen worden war – also rund um den 23. November 2017.1
Die damals eingerichtete Mordkommission hatte über Jahre hinweg ermittelt, ohne zu einem konkreten Tatverdacht zu gelangen. Jetzt hat ein frischer Hinweis aus der Bevölkerung die Ermittlungsgruppe Cold Cases auf den Plan gerufen. Ob der nun in Kamp-Lintfort angetroffene 40-Jährige wirklich in die Tat verwickelt war, ist noch offen – das ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Auch die möglichen Hintergründe des Verbrechens sind weiterhin unklar.1
Bei den Durchsuchungen am Donnerstagmorgen stellten die Beamten mehrere Mobiltelefone als Beweismittel sicher. Die kriminaltechnische Untersuchung und Auswertung der Geräte stehen noch aus.1
Dieser Fall zeigt: Manchmal dauert es Jahre, bis ein entscheidender Hinweis auftaucht – und genau das kann den Unterschied machen. Auch in einem anderen Fall aus der Region war die Bevölkerung gefragt: In einem früheren Beitrag haben wir über einen Handtaschenraub in Hürth berichtet, bei dem eine 74-jährige Frau zu Boden gestoßen und beraubt wurde – auch dort war die Polizei auf Zeugen angewiesen.2
Wer Hinweise zum Cold Case in Bedburg geben kann, wird gebeten, sich telefonisch unter 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de zu melden. Kein Detail ist zu klein – vielleicht ist genau deine Beobachtung der entscheidende Puzzlestein, der den Fall löst.1
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