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Justice for Pedro Corona: Köln fordert lückenlose Aufklärung des Polizeieinsatzes
30. August 2026

Rund 300 Menschen demonstrierten in Köln für Pedro Corona und fordern lückenlose Aufklärung des Polizeieinsatzes, der ihn schwerbehindert zurückließ.

Rund 300 Menschen gehen für Pedro Corona auf die Straße

Am Sonntag, dem 30. August, haben sich rund 300 Menschen auf dem Kölner Neumarkt versammelt – mit einem klaren Ziel: Sie fordern Gerechtigkeit für Pedro Corona. Der 30-jährige Erzieher ist seit einem Polizeieinsatz am 8. April schwerbehindert. Die Demonstration wurde von der Initiative „Justice for Pedro“ organisiert.1

„Wir fordern Transparenz und Aufklärung darüber, was in Pedros Wohnung geschehen ist.“ – Mit diesen Worten eröffneten Anna und Isus von der Initiative die Kundgebung. Auf Plakaten forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine umfassende Untersuchung des Einsatzes – und das am besten durch eine unabhängige Einrichtung.1

Was ist am 8. April passiert?

Pedro hatte an jenem Tag psychische Probleme. Eine Notärztin wollte ihn zwangsweise in eine Klinik einweisen und rief die Polizei hinzu. Was danach in seiner Wohnung genau geschah, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Pedros Partner Julian war Augenzeuge: Er sah Pedro rund 90 Minuten später vor dem Haus – gefesselt auf dem Bauch auf einer Liege, mehrere Polizisten drückten seinen Oberkörper nach unten. Auf dem Kopf trug Corona zwei Spuckhauben übereinander.1

Dann brach Pedro zusammen. Sein Herz stand 23 Minuten lang still. Seitdem ist er schwerbehindert – und Julian sagt, dass sich an Pedros Zustand bis heute nichts geändert hat.1

Ermittlungen erst nach Video-Veröffentlichung

Monatelang sah die Staatsanwaltschaft keinen Grund, ein Ermittlungsverfahren gegen die beteiligten Einsatzkräfte einzuleiten. Das änderte sich erst Ende Juli, als ein Video öffentlich wurde – aufgenommen von Pedro selbst zu Beginn des Einsatzes. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Polizisten und die Rettungsärztin.1

Das reicht der Initiative „Justice for Pedro“ aber nicht aus. Sie fordert, dass das Verhalten aller beteiligten Polizei- und Rettungskräfte untersucht wird. Der Arbeitskreis kritischer Jurist:innen Köln macht deutlich, warum das so schwierig ist: „Eine kritische Untersuchung von Polizeigewalt in Deutschland ist sehr schwierig, weil alle im System, Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte miteinander verflochten sind.“1

Parallelen zum Fall Ibrahima Barry

In den sozialen Medien und auch auf der Demo selbst werden immer wieder Vergleiche zu ähnlichen Fällen gezogen – besonders zum Fall Ibrahima Barry. Der 23-Jährige starb im Januar 2024 unmittelbar nach einem Polizeieinsatz in Mülheim an der Ruhr. Auch er hatte psychische Probleme, auch er lag während des Einsatzes gefesselt auf dem Bauch, während sein Oberkörper auf den Boden gedrückt wurde.1

Seit Juni stehen neun Polizeikräfte vor dem Landgericht Duisburg wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt. Der Solidaritätskreis „Justice for Ibrahima Barry“ kritisiert dabei, dass sich die Angeklagten nicht unmittelbar wegen Barrys Tod verantworten müssen. Ein Mitglied der Initiative war auch bei der Kölner Demo dabei und sprach vor Ort.1

Besonders bitter: Laut Quelle lernen Polizistinnen und Polizisten bereits in ihrer Ausbildung, dass die Bauchlage gefesselte Personen lebensbedrohlich gefährden kann und deshalb – wenn überhaupt – nur sehr kurz angewendet werden darf.1

Der Kampf für Aufklärung geht weiter

Die Demo auf dem Kölner Neumarkt war laut und deutlich – und sie war ein Zeichen: Freunde, Angehörige und Unterstützer von Pedro Corona werden nicht aufhören, Gerechtigkeit zu fordern. Die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung steht, die Ermittlungen laufen – und die Community bleibt wachsam. Wie es in diesem Fall weitergeht, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Das Thema Polizeigewalt und der Umgang mit Menschen in psychischen Krisen bleibt auf der Agenda.1

Quellen

  1. Demonstranten fordern lückenlose Aufklärung des Polizeieinsatzes bei Pedro Corona – WDR


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