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Kokain in NRW: Krankenhausaufenthalte steigen – Delikte auf Rekordniveau
31. August 2026

Kokain in NRW: Krankenhausaufenthalte steigen, Delikte erreichen Rekordniveau. Was steckt hinter dem Trend und wo ist die Lage besonders ernst?

Eine Droge auf dem Vormarsch

Die Zahlen sind alarmierend: Immer mehr Menschen in Nordrhein-Westfalen landen nach Kokainkonsum im Krankenhaus – und gleichzeitig hat sich die Zahl der Kokain- und Crack-Delikte hier in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Das zeigt eine aktuelle Datenerhebung des Radiosenders 1LIVE, der die Polizeiliche Kriminalstatistik vom LKA sowie von 12 Kreispolizeibehörden in NRW ausgewertet hat. Zusätzlich wurden Daten des Landes NRW zu Krankenhausaufenthalten nach Kokainkonsum analysiert.1

Wo die Lage besonders ernst ist

Kokain führt vor allem in großen Städten zur Behandlung im Krankenhaus. Die meisten Fälle pro 100.000 Einwohner verzeichneten laut der Auswertung Hagen, Köln und Dortmund. Besonders dramatisch ist die Entwicklung in Duisburg: Dort haben sich die Krankenhausaufenthalte wegen Kokain in zehn Jahren sogar verachtfacht. In Krefeld und Leverkusen haben sie sich versiebenfacht. Die einzige Ausnahme in NRW ist Herford – dort sind die Zahlen tatsächlich rückläufig.1

Warum greifen immer mehr Menschen zu Kokain?

Dr. Barbara Schneider, Chefärztin der Abteilung Abhängigkeitserkrankungen, Psychiatrie und Psychotherapie an der LVR-Klinik in Köln, sieht eine höhere Verfügbarkeit der Droge als einen entscheidenden Faktor: „Die Substanz muss immer verfügbar sein, sonst kann man nicht von ihr abhängig werden.“1

Auch Felix Strobach, Bereichsleiter der Jugendsuchtberatung der Drogenhilfe Köln, beobachtet einen klaren Wandel: „Das ist mittlerweile eine ganz normale Partydroge oder auch in vielen Fällen eine ganz normale Alltagsdroge.“ Sein Eindruck ist außerdem, dass viele Konsumierende die Risiken stark unterschätzen: „Unsere Wahrnehmung ist, dass tatsächlich viele Menschen da sehr unbedarft rangehen.“ Die Motivation hinter dem Konsum? Oft Stress und Leistungsdruck: „Da geht’s viel um intensive Spaßerfahrung, also Hochgefühle, auch darum einen Ausgleich zu schaffen zu Frustration und Stress im Alltag.“1

7.500 Delikte – Rekord in NRW

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik, die im April 2026 veröffentlicht wurde, erfasste die Polizei in NRW im Jahr 2025 rund 7.500 Straftaten im Zusammenhang mit Kokain und Crack. Das entspricht dem Dreifachen der Zahlen von vor zehn Jahren. Den stärksten Anstieg gab es von 2022 auf 2023: Innerhalb eines einzigen Jahres stiegen die Delikte um 25 Prozent.1

Unter den erfassten Delikten fallen unterschiedliche Straftaten zusammen – von Besitz über Handel bis hin zu Herstellung und Schmuggel. Wichtig zu wissen: Die Statistik erfasst nur bekannt gewordene Fälle. Ob es zu einer Verurteilung kommt, geht aus den Zahlen nicht hervor. Ein Anstieg der Straftaten kann also auch auf intensivere Kontrollen und Ermittlungen zurückzuführen sein.1

Das Landeskriminalamt NRW nennt zwei zentrale Gründe für die Entwicklung: Die Polizei kontrolliere verstärkt – und Kokain sei schlicht zunehmend verfügbar.1

Was tun mit diesen Zahlen?

Die Daten machen deutlich, dass Kokain in NRW längst kein Nischen-Thema mehr ist. Es ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen – als Partydroge, als vermeintlicher Leistungsbooster, als Alltagsbegleiter. Wer sich oder jemanden in seinem Umfeld in einer schwierigen Situation sieht, sollte nicht zögern, professionelle Hilfe zu suchen. Anlaufstellen wie die Drogenhilfe bieten vertrauliche Beratung an.1

1LIVE widmet dem Thema eine ganze Themenwoche vom 31. August bis 3. September – mit Berichten im Radioprogramm, auf den Social-Media-Kanälen sowie in der App und auf 1LIVE.de. Die gesamte Datenrecherche mit Grafiken ist dort ab dem 31. August abrufbar.1

Quellen

  1. Kokainkonsum in NRW: Krankenhausaufenthalte steigen, Delikte auf Rekordniveau – Presseportal / WDR Newsroom


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