El Niño entsteht im Pazifik – hat aber auch Folgen für NRW. Was das Wetterphänomen für Hitze, Preise und deinen Alltag bedeutet, erfährst du hier.
Klingt erstmal weit weg: Ein Wetterphänomen im Pazifik soll Auswirkungen auf NRW haben? Klingt verrückt, ist aber so. El Niño ist eines der mächtigsten Klimaphänomene unseres Planeten – und auch wenn wir hier in Nordrhein-Westfalen keinen Pazifik vor der Haustür haben, kann das Ganze trotzdem bei uns ankommen. Wie das funktioniert? Wir erklären’s dir.1
El Niño bedeutet auf Spanisch „das Kind“ oder „Christkind“ – weil das Phänomen meist um die Weihnachtszeit herum auftritt. Harmlos ist es aber alles andere als das. Normalerweise treiben sogenannte Passatwinde warmes Oberflächenwasser im Pazifik nach Westen. Bei El Niño schwächen diese Winde ab oder verändern sogar ihre Richtung. Das Ergebnis: Das warme Wasser breitet sich weit nach Osten bis vor die Küste Südamerikas aus.1
Das klingt erstmal nach einem reinen Ozean-Problem – ist es aber nicht. Denn durch diese Verschiebung verändern sich Luftströmungen und Niederschlagsmuster weltweit. Da, wo Regen gebraucht wird, entstehen Dürren. Da, wo ohnehin schon viel Regen fällt, kommt es zu Überschwemmungen. Ein echter Dominoeffekt rund um den Globus.1
Europa wird zwar stärker vom Atlantik beeinflusst als vom Pazifik – ganz spurlos geht El Niño aber auch an uns nicht vorbei. ARD-Meteorologe Karsten Schwanke bringt es auf den Punkt:
„2026 war auch ohne El Niño ein extremes Jahr und 2027 kann noch heißer werden.“
Denn durch El Niño steigt häufig auch die globale Durchschnittstemperatur. Und die macht vor NRW nicht halt. Schwanke erwartet für den Sommer 2027 noch heißere Temperaturen als im ohnehin schon extremen Sommer 2026. Schon jetzt kämpft das Land mit anhaltender Hitze und Trockenheit – Beispiele wie der Brand im Hohen Venn und eine steigende Zahl von Hitzetoten in NRW machen das mehr als deutlich.1
El Niño trifft uns aber nicht nur über das Wetter. Auch unsere Geldbeutel können die Folgen spüren. „Das Wetter hat immer Einfluss auf eine global vernetzte Welt“, erklärt Schwanke. Fallen Ernten durch Dürren oder Überschwemmungen aus – zum Beispiel in Südamerika, Afrika oder Australien – dann steigen die Preise für Importwaren. Und das merkst du dann direkt beim Einkaufen.1
Laut aktuellen Prognosen der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) steuert die Welt in diesem Jahr auf einen außergewöhnlich starken El Niño zu – er könnte zu den stärksten Ereignissen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 gehören. Die Wassertemperaturen in Teilen des tropischen Pazifiks liegen bereits jetzt deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.1
Ob El Niño tatsächlich so stark ausfällt wie derzeit prognostiziert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist aber schon jetzt: Was im Pazifik beginnt, macht nicht an unserer Landesgrenze halt. Klima, Wirtschaft, Lieferketten – alles hängt zusammen. Und genau deshalb lohnt es sich, dieses Wetterphänomen im Blick zu behalten – auch wenn es sich erstmal total weit weg anfühlt. Bleib informiert und hör rein bei Antenne NRW, wenn’s neue Entwicklungen gibt!1
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