Nach 40 Jahren Planung bekommt Porz-Langel endlich einen Aldi, eine Bäckerei und 31 geförderte Wohnungen – fertig bis Mitte 2028.
Stell dir vor, du wohnst in einem Stadtteil ohne einen einzigen Supermarkt in der Nähe. Genau das war in Porz-Langel jahrzehntelang Realität. Doch jetzt ist Schluss damit! Nach sage und schreibe 40 Jahren Planung, Diskussionen und dicken Brettern, die gebohrt werden mussten, nimmt ein riesiges Bauprojekt am nördlichen Ortseingang von Langel richtig Fahrt auf.1
An der Mühle entstehen ein Aldi-Markt, eine Filiale der Troisdorfer Bäckerei Heisters inklusive Café sowie geförderte Wohnungen – und das auf einem Gelände, das seit den 1980er Jahren brach lag. Die Fertigstellung der gesamten Anlage ist für Mitte 2028 geplant.1
Das Projekt wird von der Aditon KG umgesetzt, einer Familiengesellschaft der Brings Gruppe mit Sitz in Bornheim. Unternehmer Peter Brings und seine Frau Ursula luden anlässlich der Fertigstellung des Rohbaus zu einer kleinen Feier in das Gebäude ein. Das Grundstück „An der Mühle“ soll bald rund 2.600 Quadratmeter Wohnfläche und 1.600 Quadratmeter Gewerbefläche bieten.1
Die Geschichte des Areals ist dabei alles andere als simpel: Bis in die 1960er Jahre wurde dort Kies abgebaut, danach wurde das Gelände mit Müll und Bauschutt verfüllt. Ein alter Bebauungsplan sah den Bau von Eigenheimen vor – was wegen Bedenken zum Untergrund nie klappte. Erst 2014 kam erstmals die Idee auf, dort einen Lebensmittelversorger anzusiedeln. Der Rat beschloss den neuen Bebauungsplan dann 2024.1
Bevor überhaupt gebaut werden konnte, musste der Boden gründlich untersucht und vorbereitet werden – schließlich war das Gelände früher eine Deponie. Zum Glück wurden keine gefährlichen Stoffe im Boden gefunden. Mit moderner Technologie wurde der Baugrund fit gemacht: Fast 500 sogenannte Rüttelstopfpfähle wurden in den Deponieboden gepresst, dazu kamen Drainage-Schichten, lastverteilende Betonpolster und teilweise ein kompletter Bodenaustausch. Der eigentliche Baubeginn war im November 2025 – und seitdem geht’s zügig voran.1
Insgesamt entstehen 31 Wohnungen, die zu 100 Prozent öffentlich gefördert werden. Das bedeutet: Nur Mieterinnen und Mieter mit einem Wohnberechtigungsschein können einziehen. Der Fokus liegt auf kompakten Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen. Die gesamte Wohnanlage wird barrierefrei gebaut und mit Aufzügen ausgestattet.1
Besonders cool: Das Projekt denkt auch an Nachhaltigkeit. Erdwärmetechnik, Photovoltaikanlagen, Dachbegrünung und Retentionsanlagen für Regenwasser sorgen für einen Null-Energie-Standard. Die gesamte Energie für Heizung und Warmwasser kommt im Jahresdurchschnitt aus regenerativen Quellen.1
Außerdem werden zwei ambulant betreute Wohngruppen sowie sogenannte Trainingswohnungen durch die Alexianer Köln/Rhein-Sieg angemietet – für die es laut Regionalgeschäftsführer Peter Scharfe im Porzer Süden einen erheblichen Bedarf gibt.1
„Viele Menschen in Langel können Dinge des täglichen Bedarfs dann endlich wieder fußläufig oder per Rad besorgen“, freut sich Peter Brings. Und da spricht er vielen aus der Seele: Der Bürgerverein und der Ortsring Langel, vertreten durch Georg Melchers und Klaudia Odenthal, setzen sich schon seit Jahren für eine bessere Nahversorgung ein.1
CDU-Politikerin Anne Henk-Hollstein erinnerte sich, schon zu Beginn ihrer politischen Arbeit vor 40 Jahren mit Planungen für das Areal befasst gewesen zu sein. Dass Peter Brings mit der Erstellung eines Vorhaben- und Erschließungsplans der Stadt die Arbeit für eine Bebauungsplanänderage abgenommen hat, sei laut Henk-Hollstein der Schlüssel zum Erfolg gewesen.1
Und auch die Bäckerei Heisters kehrt damit nach Langel zurück – sie hatte bis zum Vorjahr bereits eine kleine Filiale nahe der Kirche betrieben. Johannes Deimann freut sich schon riesig darauf. Dicke Bretter bohren hat sich hier wirklich gelohnt!
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