Das Bürgerzentrum Ehrenfeld plant eine Photovoltaik-Anlage und könnte damit Vorreiter für alle Kölner Bürgerzentren werden. Jährliche Einsparung: bis zu 40.
Stell dir vor, dein Lieblings-Bürgerzentrum produziert einfach seinen eigenen Strom – und spart dabei noch richtig viel Geld. Genau das könnte in Ehrenfeld bald Realität werden! Das Bürgerzentrum Ehrenfeld, kurz Büze, plant eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Und wenn es nach Büze-Leiter Jonathan Sieger und der Ehrenfelder Initiative „Ökorausch“ geht, könnte das der Startschuss für alle 13 Kölner Bürgerzentren sein.1
„Von Minute eins war allen Beteiligten klar, dass das notwendig ist“, sagt Jonathan Sieger, der das Büze leitet – und im Oktober nach fünf Jahren dort aufhört. Seit rund eineinhalb Jahren laufen die Gespräche mit dem zuständigen Dezernat Soziales, Gesundheit und Wohnen. Das Ziel ist klar: Köln will bis 2035 klimaneutral sein, und dazu müssen auch städtische Gebäude ihren Teil beitragen.1
Dunja Karabaić vom Ehrenfelder Think Tank „Ökorausch“ bringt es auf den Punkt: „Wenn Köln, wie beabsichtigt, bis 2035 klimaneutral sein soll, müssen auch die städtischen Liegenschaften entsprechend verändert werden.“ Ihr Projekt „Sommer Sonne Solar“ läuft seit Juni in Kooperation mit dem Büze und fördert das Interesse an Solarenergie im ganzen Bezirk.1
Die Zahlen können sich wirklich sehen lassen: Nach Untersuchungen zur Statik wurde beschlossen, zunächst das Dach des Großen Saals – ein Anbau von 1980 – mit PV-Modulen zu bestücken. Das Ergebnis: 40 Prozent des Energiebedarfs könnten so gedeckt werden, was rund 40.000 Euro jährlich an Energiekosten einspart. Langfristig sollen es sogar 100 Prozent sein.1
Das klingt nicht nur nach grüner Ideologie, sondern ist auch schlicht wirtschaftlich sinnvoll. Denn die Kosten im Büze sind in den letzten Jahren gestiegen, während die städtischen Zuschüsse kaum mitgewachsen sind. Sieger erklärt: „Wir brauchen die Einsparungen, um die Lücken zu schließen, so gut es geht.“1
Noch ein Argument, das bei den heißen Sommern der letzten Jahre kaum jemanden kalt lässt: Wenn man eine PV-Anlage mit einer Klimaanlage koppelt, kann man nicht nur heizen, sondern auch kühlen. Sieger denkt dabei vor allem an ältere Menschen, die in Hitzewellen dringend Schutzräume brauchen: „Wenn es in den Innenräumen 40 Grad heiß wird, kann doch niemand vernünftig arbeiten. Auch die Besucher bleiben dann aus.“ Die Bürgerzentren könnten als kühle Zufluchtsorte für die ganze Nachbarschaft fungieren.1
Was „Ökorausch“ bei seinen Workshops, Vorträgen und Beratungen im Rahmen von „Sommer Sonne Solar“ festgestellt hat: Viele Menschen haben noch große Berührungsängste mit dem Thema Solarenergie und fehlendes Basiswissen. Das hat sich laut Karabaić auch durch den heißen Sommer leider nicht geändert. Deshalb plant „Ökorausch“ – wenn die Projektmittel der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen es erlauben – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die erklärt, wie man zu einer eigenen PV-Anlage kommt.1
Eine tolle Möglichkeit, um selbst mehr zu lernen: Das Projekt „Sommer Sonne Solar“ bietet im Büze, Venloer Straße 429 in Ehrenfeld, verschiedene Veranstaltungen an. Nach den Sommerferien geht es mit neuen Events weiter.1
Die Hoffnung von Dunja Karabaić ist groß: Eine PV-Anlage auf dem Büze-Dach könnte ein echtes Leuchtturmprojekt werden – ein Zeichen für Ehrenfeld und ganz Köln, dass Solarenergie nicht nur sinnvoll, sondern auch machbar ist. Und wer weiß – vielleicht folgen schon bald alle anderen 13 Kölner Bürgerzentren dem Beispiel.1
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!