Der Frauennotruf Leverkusen feiert 40 Jahre Einsatz gegen sexualisierte Gewalt. Was sich verändert hat und warum die Arbeit wichtiger denn je ist, erfährst du…
40 Jahre sind eine lange Zeit – und 40 Jahre Frauennotruf Leverkusen bedeuten 40 Jahre gelebtes Engagement für Frauen und Mädchen in unserer Region. Die Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt e.V. – besser bekannt als Frauennotruf Leverkusen – feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Und das ist mehr als ein Grund zum Feiern: Es ist auch ein Moment, ehrlich zurück- und nach vorne zu schauen.1
1986 wurde der Frauennotruf gegründet. Seit dem Jahr 2000 trägt er den Namen „Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt e.V.“ – und dieser Name ist Programm. Denn die Mission war von Anfang an klar: Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, sollen Unterstützung bekommen, ihre Rechte kennen und mit ihren Erfahrungen nicht allein bleiben.1
Was in vier Jahrzehnten erreicht wurde, ist beachtlich. Sexualisierte Gewalt wird heute konkret benannt, feministische Perspektiven sind stärker in gesellschaftliche Debatten eingeflossen – und der Frauennotruf hat daran maßgeblich mitgewirkt.1
Doch ein Jubiläum bedeutet nicht, dass die Arbeit getan ist – im Gegenteil. Leiterin Andrea Frewer bringt es auf den Punkt: „Wir haben viel erreicht. Sexualisierte Gewalt wird heute konkret benannt und feministische Perspektiven sind stärker Bestandteil gesellschaftlicher Debatten. Aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist weiterhin alltäglich. Sichtbarkeit allein verändert noch keine Lebensrealität.“1
Und sie hat recht. Die Nachfrage nach Beratung steigt. Die Problemlagen werden komplexer. Dazu kommen neue Formen von Gewalt, die immer stärker in den digitalen Raum verlagert werden. Cyberstalking, digitale Übergriffe, Online-Belästigung – das sind die Herausforderungen unserer Zeit, mit denen sich der Frauennotruf heute zusätzlich auseinandersetzen muss.1
Zum Jubiläum hat sich der Frauennotruf auch über die sozialen Medien an die Öffentlichkeit gewandt und gefragt: Was hat sich in 40 Jahren verändert? Ist Feminismus heute salonfähiger geworden – und warum erleben wir gleichzeitig wieder deutlich sichtbaren Antifeminismus? Die Rückmeldungen zeigen: Die Anerkennung für die Arbeit der Beratungsstelle ist groß. Aber der gesellschaftliche Gegenwind ist ebenfalls spürbar.1
Genau deshalb steht das Jubiläum unter dem Motto „Mit Herz, Mut und Haltung“:
„40 Jahre Frauennotruf bedeuten auch 40 Jahre Beharrlichkeit“, sagt Andrea Frewer.1 Und genau das ist es, was diese Arbeit so besonders macht. Nicht das schnelle Schlagwort, nicht der Trend des Monats – sondern kontinuierliches Dranbleiben, Jahr für Jahr, Beratung für Beratung, Frau für Frau.
Der Frauennotruf Leverkusen ist ein echtes Stück gelebte Solidarität in NRW. Wer die Arbeit unterstützen oder mehr erfahren möchte – informiert euch, teilt das Thema und macht Gewalt gegen Frauen und Mädchen sichtbar. Denn genau das ist es, was nach 40 Jahren immer noch zählt.1
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