Der Zoll hat in Wuppertal 144 Tonnen Lachgas sichergestellt – ein Rekordfund auf rund 500 Paletten.
So einen Fund gab’s noch nie: Zollfahnder haben in Wuppertal eine Lagerhalle durchsucht und dabei 144 Tonnen Lachgas sichergestellt. Wie der WDR zuerst berichtete und auch 24rhein bestätigt, lagerten die Lachgas-Kartuschen fein säuberlich verpackt auf rund 500 Paletten. Eine Sprecherin der Zollfahndung Essen erklärte, dass es einen Fund in diesem Ausmaß bislang noch nicht gegeben habe.
Die Durchsuchung der Halle lief im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wuppertal. Festnahmen gab es bislang keine, die Ermittlungen laufen aber weiter. Weil die Menge so riesig war, mussten die Fahnder die Pakete bis in den Abend hinein zählen, um einen genauen Überblick zu bekommen.
Lachgas, also Distickstoffmonoxid (N2O), kennt man vor allem als Partydroge – oft wird es über Luftballons eingeatmet, um einen kurzen Rausch zu erzeugen. Seit diesem Jahr gilt in Deutschland aber ein neues Gesetz über psychoaktive Stoffe, das den Erwerb und Besitz von Lachgas für Minderjährige verbietet. Auch der Online-Handel sowie der Kauf an Automaten sind jetzt generell untersagt. Genau gegen dieses Gesetz soll in Wuppertal verstoßen worden sein, wie die Zollfahndung mitteilte.
Warum das Ganze kein Spaß ist: Das Bundesgesundheitsministerium warnt eindringlich vor den Folgen von Lachgas-Konsum. Dazu zählen Bewusstlosigkeit und bleibende Schäden am Nervensystem. Wird das Gas direkt aus den Kartuschen eingeatmet, kann es durch die extreme Kühlung sogar zu Erfrierungen kommen. Der hohe Gasdruck kann zudem das Lungengewebe verletzen.
Lachgas fällt in die Kategorie der sogenannten neuen psychoaktiven Stoffe (NPS) – Substanzen, deren chemische Struktur oft gezielt verändert wird, um bestehende Gesetze zu umgehen. Laut Bundesgesundheitsministerium bleibt die berauschende Wirkung dabei erhalten oder wird sogar verstärkt. Um dem entgegenzuwirken, gibt es seit 2016 das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG), das inzwischen mehrfach angepasst wurde – zuletzt im Dezember 2025. Die Folgen von NPS-Konsum können laut Ministerium von Übelkeit und Herzrasen bis hin zu Kreislaufversagen und im schlimmsten Fall sogar zum Tod reichen.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wuppertal laufen aktuell noch, konkrete Ergebnisse stehen also noch aus. Fest steht aber: Mit 144 Tonnen ist dieser Fund eine echte Hausnummer – und zeigt, wie groß das Geschäft mit der vermeintlich harmlosen Partydroge mittlerweile geworden ist.
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