Das Zollfahndungsamt Essen hat eine internationale Schmuggelstruktur für illegale Vapes aufgedeckt – mit 33 Millionen Euro Steuerschaden und 13 Verhaftungen…
Klingt wie aus einem Krimi, ist aber bittere Realität: Der Zoll hat eine riesige Schmuggelstruktur für illegale Vapes aufgedeckt – und der Steuerschaden ist krass. Ganze 33,3 Millionen Euro soll eine international organisierte Bande dem deutschen Staat durch illegale Einfuhr von Einweg-E-Zigaretten geklaut haben. Das Zollfahndungsamt Essen hat jetzt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Düsseldorf zugeschlagen – und das Ergebnis kann sich sehen lassen.1
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht eine chinesische Bande, bestehend aus vier Mitarbeitenden eines E-Zigaretten-Herstellers. Diese sollen eine organisierte Verkaufsstruktur aufgebaut haben, um Vapes illegal aus China nach Deutschland zu exportieren. Die Gewinne wurden laut Ermittlungen über Scheinfirmen zurück nach China oder auf ausländische Konten transferiert.1
Dazu kommen 19 in Deutschland ansässige mutmaßliche Bandenmitglieder, die die illegal eingeführten Vapes in ihren Lagerstätten entgegengenommen und anschließend über den Schwarzmarkt weiterverkauft haben sollen. Die Netzwerke waren dabei in verschiedenen Regionen aktiv – im Großraum Köln/Bergisches Land, im nördlichen Ruhrgebiet, im Raum Koblenz/Kreis Wesel sowie in Frankfurt und Stuttgart.1
Was zwischen Januar 2024 und März 2025 lief, ist wirklich heftig. Die Herstellerstruktur soll in diesem Zeitraum mehr als 7,6 Millionen Einweg-Vapes mit nikotinhaltiger Flüssigkeit nach Deutschland eingeführt haben. Der dadurch entstandene Verbrauchsteuerschaden beläuft sich auf geschätzte 33,3 Millionen Euro. Die deutschen Abnehmer-Strukturen sollen unversteuerte E-Zigaretten zu einem Warenwert von rund 11 Millionen Euro erlangt haben.1
Bei dem großangelegten Einsatz wurden insgesamt 13 Haftbefehle vollstreckt. Bei den Durchsuchungen fanden die Ermittler Folgendes:1
So eine Operation stemmt man natürlich nicht alleine. Das Zollfahndungsamt Essen wurde bei dem Einsatz von zahlreichen Partnern unterstützt – darunter die Zollfahndungsämter Frankfurt am Main, Hannover und Stuttgart, das Zollkriminalamt, mehrere Hauptzollämter sowie die Polizeibehörden in Münster, Wuppertal und Bochum. Auch das Technische Hilfswerk war vor Ort. Obendrauf begleiteten Vertreter des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung OLAF die Maßnahmen.1
Den insgesamt 23 Beschuldigten wird bandenmäßige Steuerhinterziehung in großem Ausmaß sowie gewerbsmäßige, bandenmäßige Steuerhehlerei vorgeworfen. Der Strafrahmen ist dabei alles andere als ein Witz: Für bandenmäßige Steuerhinterziehung in großem Ausmaß sieht das Gesetz Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Das gilt ebenso für die gewerbsmäßige, bandenmäßige Steuerhehlerei. Wichtig: Bis zu einer etwaigen rechtskräftigen Verurteilung gelten alle Beschuldigten als unschuldig.1
Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Essen, Dienstsitz Münster, im Auftrag der Staatsanwaltschaft Düsseldorf – ZeOS NRW. Der Fall zeigt einmal mehr, wie organisiert der illegale Markt rund um Vapes inzwischen ist – und dass der Zoll in NRW genau hinschaut.
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