Sondereinsatz im Kreis Viersen: 94 statt 50 km/h, frisierte E-Scooter und eine 12-Jährige dreimal erwischt – die Polizei zieht nach der Zweirad-Kontrolle…
Fahrrad, E-Scooter, Mountainbike oder Motorrad – im Kreis Viersen waren am Mittwoch alle dran. Unter dem Namen „Two Wheels“ hat die Polizei einen Sondereinsatz gestartet, bei dem vor allem die Sicherheit von Zweiradfahrerinnen und -fahrern im Fokus stand.1 Ziel war klar: Verkehrsverstöße konsequent ahnden und gleichzeitig alle für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren.1
Dass bei den Kontrollen nicht nur Räder und Scooter im Blick waren, zeigt ein besonders krasser Fall aus Kaldenkirchen. Dort war ein 29-Jähriger mit sage und schreibe 94 km/h unterwegs – erlaubt waren gerade mal 50 km/h.1 Bei 400 PS unter der Haube macht das laut Polizei eine Rechnung von quasi einem Euro Bußgeld pro PS – satte 400 Euro werden fällig. Dazu kommt wohl ein einmonatiges Fahrverbot, der Mann muss also erstmal auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen.1 Insgesamt wurden kreisweit 129 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt.1
Auch in der Viersener Fußgängerzone war einiges los: Ein Niederländer düste dort mit seinem Rennrad durch, eine Frau war mit ihrem Fatbike unterwegs, obwohl sie hätte absteigen müssen. Ihr Argument „Aber in Dülken darf man mit dem Fahrrad durch die Fußgängerzone fahren“ ließ die Polizei nicht gelten – in Viersen gilt das eben nicht.1 35 Menschen mussten insgesamt Verwarngelder zahlen.1
Kaum ein Tag vergeht laut Polizei ohne Verstöße rund um E-Scooter.1 In Lobberich fiel ein 14-Jähriger auf, der mit über 30 km/h statt der erlaubten 20 km/h unterwegs war – er räumte sogar ein, an seinem Gefährt etwas verändert zu haben.1 Ähnlich lief es in Willich: Ein 36-Jähriger hatte seine Höchstgeschwindigkeit über eine App freigeschaltet.1 Das Problem dabei: Wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h überschritten, steht schnell der Verdacht eines Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz im Raum. Da es für schnellere E-Scooter gar keine Fahrerlaubnis geben kann, lautet die Anzeige dann auf Fahren ohne Fahrerlaubnis.1 Beide Scooter wurden sichergestellt.1
Besonders eindrücklich ist der Fall einer 12-Jährigen aus Lobberich. Sie ist laut Polizei bereits zum dritten Mal mit einem E-Scooter angehalten worden – dabei hat sie das Mindestalter von 14 Jahren noch gar nicht erreicht.1 Diesmal saß sogar eine 14-Jährige als Mitfahrerin mit drauf, obwohl ein E-Scooter nur für eine Person zugelassen ist. Obendrein war die Versicherung für das Gefährt bereits im Juni erloschen.1 Die Mutter konnte ihre Tochter und den E-Scooter zwar abholen, muss aber als Halterin mit einer Anzeige rechnen.1
Neun Kinder haben sich laut Polizei nicht verkehrskonform verhalten, überwiegend weil sie zu zweit auf E-Scootern unterwegs waren. Ihre Eltern bekommen deshalb in den nächsten Tagen Post.1 Zusätzlich zur Zweirad-Bilanz schrieben die Einsatzkräfte am Mittwoch 14 Ordnungswidrigkeitenanzeigen, drei Strafanzeigen und sechs Berichte – und konnten sogar einen Untersuchungshaftbefehl vollstrecken.1
Die Beispiele aus dem Kreis Viersen zeigen ziemlich deutlich, warum solche verstärkten Kontrollen aus Sicht der Polizei nötig sind.1 Ob Fahrrad, Rennrad, Fatbike oder E-Scooter – die Polizei im Kreis Viersen kündigt an, ihr Augenmerk auch weiterhin auf Menschen auf zwei Rädern zu richten, damit am Ende alle sicher ans Ziel kommen.1
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