Ein defekter Kühlschrank löste in Iserlohn einen Großeinsatz aus: Ammoniakausritt im Hotel am Reiterweg verletzte 8 Personen, rund 80 Einsatzkräfte waren vor…
Ein Mittwochmorgen, den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Hotels am Reiterweg in Iserlohn so schnell nicht vergessen werden: Gegen 9:30 Uhr nahm eine Hotelangestellte einen stark stechenden Geruch aus einem Hotelzimmer wahr und klagte anschließend über Augen- und Atemwegsreizungen. Ihr Notruf bei der Leitstelle des Märkischen Kreises setzte einen der größten Feuerwehreinsätze der Region in Gang.1
Denn als der Löschzug der Berufsfeuerwehr eintraf, meldeten sich sofort weitere Betroffene mit ähnlichen Beschwerden. Da zunächst ein unklarer Gefahrstoffaustritt nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde das Einsatzstichwort „Massenanfall von Verletzten“ ausgerufen – und weitere Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr sowie zusätzliche Einheiten des Rettungsdienstes wurden nachalarmiert.1
Die Feuerwehr ließ das Hotelgebäude umgehend räumen und betrat es danach nur noch unter Atemschutz. Im ersten Schritt wurde die Gasversorgung des Gebäudes abgeschaltet. Anschließende Messungen lieferten dann den entscheidenden Hinweis: stark erhöhte Ammoniakwerte.1
Daraufhin richteten die Einsatzkräfte einen Dekontaminationsplatz ein und erkundeten den Bereich mit den höchsten Messwerten unter Chemikalienschutzanzügen. Der Übeltäter wurde schnell gefunden: ein defekter Kühlschrank. Dieser wurde ins Freie verbracht und dort mit Wasser benetzt, um den Austritt zu stoppen. Anschließend wurde das gesamte Gebäude umfassend belüftet und nach abschließenden Messungen wieder freigegeben.1
Insgesamt wurden 8 Betroffene durch den Rettungsdienst versorgt – 5 von ihnen mussten zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser transportiert werden. Unterstützung kam dabei vom Rettungsdienst aus Menden, Altena und Lüdenscheid sowie von einer leitenden Notärztin des Märkischen Kreises.1
In der Spitze waren rund 80 Einsatzkräfte vor Ort. Neben der Berufsfeuerwehr rückten die Löschzüge Mitte und Nord der Freiwilligen Feuerwehr, Teile des Löschzuges Süd, die Sondereinheit Funk sowie der Kreisbrandmeister aus. Damit das restliche Stadtgebiet nicht ungeschützt blieb, stellte der Löschzug West währenddessen den Grundschutz von der Feuer- und Rettungswache an der Dortmunder Straße aus sicher. Der Einsatz dauerte über vier Stunden.1
Was zunächst nach einem rätselhaften Gefahrstoffaustritt aussah, entpuppte sich als defekter Kühlschrank mit Ammoniak-Kühlung. Dank des schnellen und professionellen Einsatzes der Feuerwehr Iserlohn und der beteiligten Rettungskräfte konnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden, ohne dass es zu ernsteren Folgen kam. Respekt an alle, die bei diesem Großeinsatz dabei waren!
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