Kurioser Fall in Aachen: Ein Rumäne wird per Haftbefehl gestoppt, sein Bruder will zahlen – und wird selbst zum gesuchten Mann. Die ganze Geschichte hier.
Manchmal schreibt das Leben die verrücktesten Geschichten – und diese hier spielt sich an einer Dienststelle der Bundespolizei in Eschweiler ab. Was als normale Grenzkontrolle begann, endete in einem echten Familien-Drama mit doppeltem Happy End für die Bundespolizei.1
Am Montagabend gegen 17 Uhr war für einen 23-jährigen Rumänen erstmal Feierabend mit der Reisefreiheit. Er wurde als Beifahrer nach der Einreise aus Belgien angehalten und kontrolliert. Dabei kam raus: Gegen ihn lag ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Duisburg vor – wegen besonders schweren Falls des Diebstahls. Das Urteil: 35 Tage Haft oder 2100 Euro Geldstrafe.1
Und damit nicht genug. Der Mann war zusätzlich zur Aufenthaltsermittlung wegen Erschleichens von Leistungen ausgeschrieben. Obendrauf lag auch noch ein Haftbefehl zur Ausweisung, Abschiebung oder Zurückweisung bereit. Kurz gesagt: Der Aktenordner war ziemlich voll.1
In der Nacht wurde es dann richtig kurios: Der Bruder des Kontrollierten tauchte an der Dienststelle in Eschweiler auf. Sein Plan: die Haft für seinen Bruder durch Zahlung der Geldstrafe umgehen. Ein netter Versuch unter Brüdern – doch als ihm erklärt wurde, dass sein Bruder trotzdem in die sogenannte Überhaft muss, um die Abschiebung sicherzustellen, war die Zahlungswilligkeit plötzlich futsch. Das Angebot wurde zurückgezogen.1
Die Dienststelle verlassen konnte der hilfsbereite 21-jährige Rumäne aber trotzdem nicht sofort. Denn auch gegen ihn lagen gleich vier Aufenthaltsermittlungen vor. Gesucht wurde er wegen räuberischen Diebstahls, Raubes, Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie Fälschung beweiserheblicher Daten – und das von verschiedenen Behörden gleichzeitig.1
Nach der Aufnahme seiner ladungsfähigen Adresse durfte er die Dienststelle dann aber doch verlassen. Sein Bruder hatte da schon weniger Glück: Er wurde dem Polizeigewahrsam in Aachen zugeführt.1
Dieser Fall zeigt mal wieder, dass die Bundespolizei in NRW nie weiß, was der nächste Tag – oder die nächste Nacht – so bringt. Zwischen Grenzkontrolle und spontanem Familienbesuch an der Dienststelle war hier ordentlich was los. Am Ende hat sich die Sache für die Beamten in Aachen jedenfalls gelohnt: Zwei gesuchte Personen, ein Fall, jede Menge Kuriositäten.1
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