Drogenrazzia in Troisdorf: Kiloweise Kokain, Heroin und Amphetamine sowie eine AK-47 sichergestellt. Haftbefehl gegen 35-Jährigen nach Widerstand und Flucht.
Was in Troisdorf als Routine-Kontrolle startete, ist krass eskaliert. Zivilfahnder der Polizei Rhein-Sieg-Kreis wurden am Freitag, den 2. Oktober, gegen 14:30 Uhr in der Innenstadt auf einen Mann aufmerksam, der mutmaßlich gerade Drogengeschäfte abgewickelt hat.1 Als die Beamten ihn kontrollieren wollten, ist der Typ erstmal abgehauen – zu Fuß. Konnte ihn aber nicht retten: Die Fahnder haben ihn kurz darauf gestellt.1
Dabei ist es richtig zur Sache gegangen. Der 35-Jährige aus Feuchtwangen (Bayern) hat sich mit aller Kraft gewehrt, am Ende musste die Polizei ihn überwältigen.1 Bei der Durchsuchung direkt vor Ort: Verkaufseinheiten Kokain und zwei Messer.1
Die Staatsanwaltschaft Bonn hat schnell reagiert und richterliche Durchsuchungsbeschlüsse für gleich mehrere Orte erwirkt – eine Wohnung des Verdächtigen in Bayern, eine weitere Adresse in Troisdorf sowie sein Fahrzeug.1 Im Auto: noch mehr Kokain.1
Richtig heftig wird’s dann bei der Durchsuchung in Troisdorf. Die Ermittler sind dort auf ein regelrechtes Drogenlager gestoßen: mehrere Kilogramm Marihuana und Haschisch, über ein Kilogramm Kokain, über ein Kilogramm Heroin, Ecstasy-Tabletten und mehrere Kilogramm Amphetamin.1 Als wäre das nicht genug, haben die Beamten zusätzlich mehrere scharfe Schusswaffen gefunden – darunter ein Gewehr vom Typ AK-47 samt passender Munition.1 Dazu kamen noch jede Menge Datenträger, Handys, Verpackungsmaterial und Bargeld in fünfstelliger Höhe.1
Auch in Bayern wurde die Polizei fündig: Rund ein halbes Kilogramm Amphetamin, mehrere Gramm Kokain und Ecstasy sowie ein halbes Kilogramm Marihuana kamen dort zum Vorschein.1
Während der Durchsuchung in Troisdorf tauchte ein 65-jähriger Familienangehöriger des Tatverdächtigen auf – er wurde ebenfalls vorläufig festgenommen, weil er den 35-Jährigen beim Drogenhandel unterstützt haben soll.1 Mangels Haftgründen kam er später aber wieder frei.1
Bei der ganzen Aktion sind zwei Polizeibeamte verletzt worden: Einer erlitt eine Kopfverletzung und musste seinen Dienst abbrechen, der andere kam mit einer Prellung davon.1 Auch der Tatverdächtige wurde verletzt und musste ins Krankenhaus.1 Dort hat ihm am Samstag ein Richter den Haftbefehl verkündet – untergebracht ist er jetzt in einem Justizvollzugskrankenhaus.1
Das Kriminalkommissariat 3, zuständig für Rauschgiftkriminalität, hat die Ermittlungen noch in derselben Nacht übernommen.1 Jetzt müssen die ganzen sichergestellten Datenträger, Handys und Unterlagen ausgewertet werden. Auch die Waffen werden noch genauer unter die Lupe genommen – Funktionsfähigkeit und Herkunft stehen im Fokus.1
Dem 35-Jährigen wird unter anderem bewaffneter Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen. Nach § 30a des Betäubungsmittelgesetzes droht dafür eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren.1 Ein Fall, der zeigt: Hinter einer unscheinbaren Straßenszene kann sich manchmal ein ganzes Drogennetzwerk verbergen.
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