Feldjäger-Kolonnen in Köln sorgen für staunende Blicke – doch was steckt dahinter? Wir erklären, warum die Bundeswehr dort regelmäßig trainiert.
Wer schon mal in Köln oder Bonn unterwegs war und plötzlich eine Kolonne aus schwarzen Limousinen mit Polizei-Feeling, Y-Kennzeichen und Soldaten auf Motorrädern an sich vorbeirauschen sah, der hat sich bestimmt gefragt: Was zum Teufel ist das? Promis? Staatsbesuch? Ein Filmdreh? Die Antwort ist fast noch cooler – und deutlich weniger glamourös: Das sind Profis im Training.
Bei diesen Kolonnen handelt es sich um Übungsfahrten der Feldjäger – der Militärpolizei der Bundeswehr. Ein Sprecher des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen hat das gegenüber der Redaktion von EXPRESS bestätigt.1 Die schwarzen Audi-A6-Limousinen, die da so eindrucksvoll die Kölner Rheinuferstraße entlangrollen, sind keine Fahrzeuge von Politikern oder Staatsgästen. Sie sind Übungsfahrzeuge, die die echten Limousinen für den protokollarischen Dienst simulieren.
Das 2. Feldjägerregiment der Bundeswehr hat seine Dienststelle auf der Hardthöhe in Bonn – dem Sitz des Bundesministeriums für Verteidigung. Von dort aus wird der gesamte Betrieb koordiniert. Die Männer und Frauen, die diese Kolonnen fahren, sind Unteroffiziere und spezialisierte Motorradfahrer.1 Kurz gesagt: echte Profis auf ihren Maschinen.
Die Anforderungen an die Eskortfahrer sind extrem hoch – und das aus gutem Grund. Im Einsatz begleiten die Feldjäger hochrangige Staatsgäste und Politiker, die auf Einladung des Verteidigungsministeriums nach Deutschland kommen. Dabei müssen sie:1
Wer an der Spitze der Eskorte fahren will, muss sich zusätzlich ausbilden lassen. Die Feldjägertruppe verfügt insgesamt über 148 Motorräder vom Typ BMW R 1200 RT – in einem speziellen Bundeswehrmodell, ausgestattet mit Signalanlage, Funk und ABS.1
Wenn dann der Ernstfall kommt und ein echter Staatsgast eskortiert wird, sieht die Formation so aus: Ein sogenanntes Lotsenfahrzeug fährt der gesamten Kolonne voraus. Dahinter kommt ein Keil aus Motorrädern – je nach Dienststellung des Gastes zwischen drei und sieben Maschinen. Hinter der Formation kann sich noch ein weiterer Motorradfahrer befinden, als Ersatz, falls jemand in der Formation ausfällt. Das letzte Fahrzeug der Kolonne ist das „Einsatz-Kfz“, von dem aus die gesamte Eskorte geleitet wird.1
Wichtig zu wissen: Den Verkehr regeln dürfen die Feldjäger dabei nicht – das bleibt der Polizei vorbehalten. Mit ihrem Blaulicht warnen sie aber andere Verkehrsteilnehmer und verschaffen sich so freie Bahn.1
Das nächste Mal, wenn du in Köln oder Bonn eine solche Kolonne siehst, weißt du Bescheid: Das sind keine Filmstars oder Spitzenpolitiker – sondern hochtrainierte Bundeswehr-Profis, die für den wichtigsten Ernstfall üben. Und wenn die Kolonne groß und lang ist? Dann lieber schnell Platz machen und das beeindruckende Schauspiel genießen. So viel militärische Präzision auf öffentlichen Straßen kriegt man schließlich nicht jeden Tag zu sehen.
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