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Großeinsatz in Altenhundem: Starkregen setzt Bahnstrecke und Baustelle unter Wasser
26. Oktober 2026

Starkregen legt Baustelle an der Ruhr-Sieg-Strecke in Altenhundem lahm: 160 Einsatzkräfte kämpfen stundenlang gegen Wassermassen und Hochwassergefahr.

Ein kleiner Alarm wird zum XXL-Einsatz

Was am Sonntagmittag mit einem eher unscheinbaren Einsatzstichwort begann, hat sich in Lennestadt-Altenhundem zu einem echten Großeinsatz entwickelt.1 Gegen kurz vor 13 Uhr wurde die Feuerwehr zu einer Baustelle an der Olper Straße gerufen – und am Ende waren mehr als 160 Einsatzkräfte und Helferinnen und Helfer verschiedener Organisationen im Dauereinsatz.1 Grund dafür waren die starken Regenfälle der vorangegangenen Nacht, die der Ruhr-Sieg-Strecke und ihrer Umgebung ordentlich zugesetzt haben.1

Zugesetzte Rohre, Wasser ohne Ausweg

An der Baustelle zur Hangsicherung direkt am Bach „Hundem“ lief plötzlich nichts mehr nach Plan. Die Rohre, über die das Wasser während der Bauarbeiten eigentlich umgeleitet werden sollte, hatten sich vermutlich durch Sturmfolgen wie Bäume, Äste und Treibgut zugesetzt.1 Die Konsequenz: Das Wasser konnte nicht mehr abfließen und strömte stattdessen direkt in die Baustelle.1 Die Einsatzleitung übernahm Benjamin Heinert, Leiter der Feuerwehr Lennestadt, der angesichts der komplexen Lage frühzeitig Verstärkung nachforderte.1

Großes Team, großer Aufwand

Richtig spannend wird’s, wenn man sich anschaut, wer alles mit angepackt hat. Das Technische Hilfswerk war mit Fachberatern für Bau und Deich sowie den Technischen Zügen aus Olpe und Lennestadt vor Ort und half dabei, die Standsicherheit der betroffenen Mauer sowie den Wasserdruck einzuschätzen.1 Die DLRG schickte ihre Strömungsretter direkt ins und ans Wasser der Hundem – unter alles andere als easy Bedingungen.1 Gemeinsam mit dem ausführenden Bauunternehmen wurde versucht, die zugesetzten Umleitungsrohre mit Teleskopstapler und Bagger wieder freizulegen.1

Nebenbei bargen die Strömungsretter auch noch Teile eines Baugerüstes, das die Wassermassen aus der Baustelle gerissen hatten. Weitere Gerüstteile wurden per Drohne flussabwärts geortet – stellten aber zum Glück keine akute Gefahr dar.1 Ein weiterer Fokus lag auf den Sandsackarbeiten: Mehr als 1.000 Sandsäcke wurden verbaut, um die Mauer zu sichern und dem Druck des Wassers entgegenzuwirken.1

Auch auf der anderen Gleisseite brenzlig

Das Wasser machte nicht an den Gleisen halt. Es drückte sich unterhalb der Bahnanlagen hindurch bis in die Poststraße.1 Dort wurden Hochwasserbarrieren aufgebaut und Sandsäcke eingesetzt, um das Wasser gezielt in Gullys und Straßenabläufe zu leiten. Ein Stromkasten musste extra gegen das eindringende Wasser gesichert werden – und ein Wassereintritt in eine nahegelegene Tiefgarage konnte durch die Maßnahmen erfolgreich verhindert werden.1 Zusätzlich zu den schon vorhandenen Pumpen auf der Baustelle setzte die Feuerwehr mehrere Tauchpumpen ein, um das Wasser kontinuierlich abzupumpen.1

Kräftewechsel, warme Zelte und ein langer Tag

Weil viele Einsatzkräfte aus Altenhundem und Meggen schon in der Nacht zuvor bei wetterbedingten Einsätzen im Dauerstress waren, wurden die Löschgruppen im Laufe des Nachmittags und Abends nach und nach ausgetauscht.1 So blieb die Einsatzbereitschaft über Stunden hinweg erhalten, ohne dass einzelne Kräfte komplett überlastet wurden. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde die Einsatzstelle großflächig ausgeleuchtet, und für alle, die im kalten Wasser arbeiten mussten, gab’s beheizte Zelte zum Aufwärmen.1 Für die Verpflegung sorgte das Deutsche Rote Kreuz.1

Neben Feuerwehr, THW und DLRG waren auch der Notfallmanager der Deutschen Bahn, die Polizei, der Bauhof der Stadt Lennestadt sowie die Stadtwerke mit im Boot. Zusätzlich unterstützte die Feuerwehr der Gemeinde Kirchhundem die Maßnahmen.1

Fazit: Teamwork, das sich ausgezahlt hat

Nach rund achteinhalb Stunden war der Spuk vorbei: Gegen 21:30 Uhr konnten die letzten Maßnahmen abgeschlossen und der Einsatz beendet werden.1 Was als kleiner Alarm startete, zeigt mal wieder, wie schnell sich eine Lage durch Starkregen zuspitzen kann – und wie wichtig eine eingespielte Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, THW, DLRG und Co. in solchen Momenten ist.

Quellen

  1. FW-OE: Starke Regenfälle sorgen für Großeinsatz an der Ruhr-Sieg-Strecke in Altenhundem


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