Hürtgenwald-Brand: Die Staatsanwaltschaft Aachen geht von Fremdeinwirkung aus, ein Tatverdächtiger fehlt trotz 177 Hinweisen bisher weiterhin.
Der verheerende Waldbrand im Hürtgenwald bei Gey beschäftigt die Ermittler auch zwei Monate nach den Flammen noch intensiv. Die Staatsanwaltschaft Aachen geht mittlerweile offiziell von Brandstiftung aus. Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts erklärte dazu, dass nach dem derzeitigen Ermittlungsstand von einer Brandentstehung durch Fremdeinwirkung auszugehen sei. Ob dahinter fahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten steckt, lasse sich bislang aber nicht abschließend klären.
Damit bestätigt sich, was Dürens leitender Polizeidirektor Stefan Thomaßen bereits angedeutet hatte. Einen konkreten Tatverdächtigen gibt es aber weiterhin nicht – und das, obwohl bei den Ermittlern laut Aachener Zeitung bereits 177 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen sind. Die Spurensuche bringt die Ermittler also bisher nicht entscheidend weiter.
Wie groß das Ausmaß der Katastrophe war, zeigen Luftaufnahmen, über die der Merkur berichtet: Im Hürtgenwald in der Eifel vernichtete das Feuer bis zu 400 Hektar Wald. Der Brand gilt als einer der größten in der Geschichte Nordrhein-Westfalens überhaupt. Wegen der Flammen musste Mitte August sogar der Ortsteil Gey evakuiert werden, in dem rund 1.800 Menschen leben.
Nach Angaben des Merkur gestaltet sich die Spurensuche für die hinzugezogenen Brandsachverständigen aufgrund der weitläufigen und unübersichtlichen Waldlage als schwierig. Das erklärt auch, warum die Ermittlungen trotz der vielen Hinweise noch andauern und bislang zu keinem konkreten Ergebnis geführt haben.
Der Brand im Hürtgenwald steht dabei nicht allein da. Fast zeitgleich wütete auch im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn ein verheerendes Feuer, das laut Merkur rund 3.000 Hektar Wald zerstörte. Auch dort ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen wegen fahrlässiger Brandstiftung – möglicherweise ausgelöst durch eine landwirtschaftliche Maschine. Das Feuer im Hohen Venn gilt mittlerweile als unter Kontrolle, vollständig gelöscht ist es laut Berichten aber bis heute nicht. Immer wieder flammen dort punktuelle Brandherde auf, sodass Einsatzkräfte weiterhin neu auftretende Glutnester löschen müssen.
Im Hürtgenwald selbst gilt der Brand dagegen inzwischen als gelöscht. Die juristische Aufarbeitung steckt aber noch mitten drin: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Aachen dauern an, wie der Merkur berichtet.
Für die Menschen in der Region bleibt vor allem eine Frage offen: Wer oder was hat das Feuer tatsächlich ausgelöst? Solange die Ermittlungen laufen, bleibt die genaue Ursache unklar. Fest steht bislang nur, dass die Staatsanwaltschaft eine natürliche Entstehung des Feuers ausschließt und stattdessen von einer Fremdeinwirkung ausgeht.
Bis ein Tatverdächtiger feststeht oder die Ermittlungen zu einem klaren Ergebnis kommen, dürfte es also noch dauern. Die zuständigen Behörden bleiben aber weiter auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, um dem Fall auf den Grund zu gehen.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!