Nach einer Buttersäure-Attacke auf die Eingänge war das NS-Dokumentationszentrum Köln geschlossen. Seit dem 20.
Das NS-Dokumentationszentrum in Köln hat wieder geöffnet. Wie die Stadt Köln mitteilt, blieb die Gedenkstätte am Appellhofplatz bis einschließlich Montag, 19. Oktober 2026, geschlossen – ab Dienstag, 20. Oktober, sind Museum und Gedenkstätte wieder für Besucher und Besucherinnen zugänglich. Grund für die Schließung waren umfangreiche Reinigungsarbeiten, nachdem Unbekannte eine übelriechende Flüssigkeit vor den Eingangsbereichen vergossen hatten.
In der Nacht zum Freitag, den 16. Oktober 2026, verschütteten bislang unbekannte Täter an allen drei Eingängen der Gedenkstätte eine übel riechende Substanz. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, handelt es sich vermutlich um Buttersäure oder eine ähnliche Flüssigkeit. Entdeckt wurde die Verunreinigung samt beißendem Geruch am Morgen gegen 8.20 Uhr. Die Stadt Köln erstattete umgehend Anzeige wegen Sachbeschädigung bei der Polizei, die seitdem nach Zeugen sucht. Aufgrund der Bedeutung des Gebäudes kümmert sich laut Polizei der Staatsschutz um die Ermittlungen.
Auch Radio Erft berichtete am Tag des Vorfalls, dass die Stadt Köln nach eigenen Angaben Anzeige erstattet habe und zunächst offen war, wann das Haus wieder öffnen könne.
Dr. Henning Borggräfe, Leiter des NS-Dokumentationszentrums, ordnete den Vorfall laut Kölner Stadt-Anzeiger als gezielten Angriff ein: Ohne den Ermittlungen vorgreifen zu wollen, müsse man die Tat als Angriff auf die Gedenkstätte und die Erinnerungskultur zum Nationalsozialismus in Köln begreifen. Man verurteile den Angriff scharf und lasse sich davon nicht einschüchtern.
Auch Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) äußerte sich deutlich zu dem mutmaßlichen Angriff. Er verurteile die Tat aufs Schärfste, denn das NS-Dok sei nicht irgendein Gebäude, sondern der Ort, an dem die Verbrechen des Nationalsozialismus in Köln erforscht, sichtbar gemacht und an die Opfer erinnert werde. Es handle sich um einen Angriff auf die Erinnerungskultur und das demokratische Selbstverständnis der Stadt. Köln lasse sich davon nicht einschüchtern, so Burmester, der zugleich auf einen schnellen Ermittlungserfolg der Polizei hoffe.
Am Vorabend des Angriffs hatte im NS-Dok eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Was folgt aus der AfD-Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln?“ stattgefunden. Ob ein Zusammenhang zwischen dieser Veranstaltung und der Tat besteht, ist Teil der laufenden polizeilichen Ermittlungen.
Nach den Reinigungsarbeiten können Besucherinnen und Besucher das NS-Dokumentationszentrum seit dem 20. Oktober wieder regulär besuchen. Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern derweil an.
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