Die Polizei zeigt mehr Präsenz in Kölns Innenstadt, doch die Stadt bleibt bei eigenen Maßnahmen vage.
In Köln ist mehr Polizei unterwegs – und zwar ganz bewusst. Wie Radio Köln berichtet, hat die Polizei ihre Präsenz auf Straßen und Plätzen der Stadt deutlich erhöht. Grund dafür soll die gestiegene Kriminalität sein. Klingt erstmal nach einer sinnvollen Reaktion, oder? Das Problem: Wenn man die Stadt Köln als Sicherheitspartner der Polizei fragt, ob sie da auch nachzieht, kommt nicht wirklich eine Antwort.
Laut Radio Köln wollte man von der Stadt wissen, ob sie ebenfalls Handlungsbedarf sieht und den Ordnungsdienst aufstockt. Die Antwort: ein allgemeiner Verweis auf die gemeinsamen Streifen mit der Polizei, deren Planung angeblich laufend angepasst wird. Konkrete Zahlen oder klare Aussagen? Fehlanzeige. Auch bei mehrfacher Nachfrage zu den Details einzelner Plätze hat die Stadt laut Radio Köln nicht reagiert.
Besonders der Friesenplatz macht der Polizei offenbar zu schaffen. Die Kriminalität soll dort nach Angaben der Polizei um ein Drittel gestiegen sein, bei Drogendelikten hat sich die Zahl sogar verfünffacht. Am Ebertplatz sieht’s dagegen anders aus: Dort sind laut Polizei die Kriminalitätszahlen zurückgegangen. Zeigt sich also, dass sich die Lage von Platz zu Platz in Köln ziemlich unterschiedlich entwickelt.
Ein Blick auf die große Zahlen-Ebene zeigt: Die Polizeiliche Kriminalstatistik für Köln weist für 2025 insgesamt 130.400 registrierte Straftaten aus – das sind 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 50,6 Prozent. Bei einzelnen Deliktgruppen gab es ebenfalls Rückgänge: Die Gewaltkriminalität sank von 5.799 auf 5.527 Fälle, Wohnungseinbrüche gingen von 3.039 auf 2.368 zurück, und auch bei den Rauschgiftdelikten gab es ein Minus von 4.960 auf 3.786 Fälle. Wichtig dabei: Diese amtlichen Zahlen stammen vom Bundeskriminalamt und sind nicht direkt mit den einzelnen Polizeimeldungen zu bestimmten Plätzen verknüpft – sie zeigen das große Bild für ganz Köln.
Dass es in der Innenstadt trotzdem immer wieder zu teils heftigen Vorfällen kommt, zeigen aktuelle Polizeimeldungen, die die Plattform TICKERKARTE auswertet. So wurden beispielsweise auf der Breite Straße Schüsse auf ein Uhrengeschäft abgegeben, zwei Tatverdächtige wurden danach festgenommen. Auch auf der Mittelstraße in der Innenstadt gab es einen Beschuss auf zwei Modegeschäfte. Solche Einzelfälle ersetzen zwar keine Statistik, zeigen aber, warum die Polizei gerade in der City mehr Präsenz zeigen will.
Fest steht: Die Polizei handelt – die Stadt bleibt bei der Frage nach einem eigenen Beitrag auffällig zurückhaltend. Für alle, die sich in der Kölner Innenstadt bewegen, heißt das vorerst: mehr Polizeipräsenz an einigen Plätzen, aber keine klaren Antworten von der Stadt, ob und wie der Ordnungsdienst nachzieht. Ob sich daran in den nächsten Wochen was ändert, bleibt abzuwarten.
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