Kabelklau an E-Ladesäulen in Köln explodiert: Über 60 Fälle bis Ende August, Schäden bis 8.000 Euro – was Betreiber jetzt dagegen unternehmen.
Stell dir vor, du fährst mit fast leerem Akku zu deiner nächsten Ladesäule – und die Kabel sind einfach weg. Genau das passiert gerade in Köln immer häufiger. Metalldiebe haben es gezielt auf die Kupferkabel an E-Ladesäulen abgesehen, und die Zahlen sind erschreckend: Bis Ende August hat die Polizei in Köln und Leverkusen bereits mehr als 60 Fälle registriert. Das entspricht genauso vielen Fällen wie im gesamten Vorjahr.1
Das Geschäftsmodell der Diebe ist simpel aber dreist: In den Kabeln der Schnellladesäulen stecken bis zu 10 Kilogramm Kupfer. Altmetallhändler zahlen dafür etwa 5 Euro pro Kilogramm – macht rund 50 Euro pro Kabel. Klingt nach wenig, oder? Der eigentliche Schaden ist aber massiv: Die Reparatur einer Ladesäule kostet die Betreiber zwischen 5.000 und 8.000 Euro.1 Die Diebe nutzen dabei offenbar Profi-Werkzeug und konzentrieren sich bevorzugt auf Ladesäulen in Gewerbegebieten, wo sie ungestört arbeiten können. Besonders betroffen sind Discounter-Parkplätze sowie der Parkplatz eines großen Möbelhändlers im Kölner Norden.1
Für E-Auto-Fahrer ist die Situation mehr als ärgerlich. „Das greift wirklich um sich“, berichtet ein betroffener Autofahrer gegenüber dem WDR. Ein anderer ergänzt: „Vor allem auf den Parkplätzen von Supermärkten sind die Säulen betroffen. Da sind die Ladesäulen oft schon seit Wochen außer Betrieb.“1 Und das ist kein Kavaliersdelikt: Eine funktionierende Ladeinfrastruktur ist entscheidend dafür, dass Elektromobilität im Alltag überhaupt funktioniert. Der Verkehrsclub ACV sieht das genauso. „Wer mit niedrigem Akkustand eine Ladesäule anfährt, muss sich darauf verlassen können, dort auch laden zu können“, sagt ACV-Sprecher Philipp Mathey.1
Die gute Nachricht: Die Betreiber schlafen nicht. Das Unternehmen TankE hat bereits begonnen, seine Schnellladesäulen in Köln mit besonders gesicherten Kabeln auszurüsten. Auch Aldi Süd, der besonders stark vom Diebstahl betroffen war, tauscht die abgeschnittenen Kabel gegen diebstahlsichere Stromleitungen aus.1 Die neuen Sicherheitskabel sind so konzipiert, dass sie sich kaum noch durchtrennen lassen. Einige sind zusätzlich mit Alarmdrähten ausgestattet: Wird das Kabel trotzdem angegriffen, geht an der Ladesäule sofort eine Sirene los, grelles Licht flammt auf und ein Sicherheitsdienst wird alarmiert.1
Der Kabelklau in Köln ist mehr als nur ein regionales Ärgernis – er zeigt, wie verletzlich die Infrastruktur für Elektroautos noch ist. Wer auf sein E-Auto angewiesen ist, braucht funktionierende Ladesäulen. Der ACV fordert deshalb eine bessere Sicherung der Anlagen, und erste Anbieter handeln bereits. Es bleibt zu hoffen, dass die neuen Sicherheitskabel den Dieben das Handwerk legen – damit ihr beim nächsten Stopp an der Ladesäule einfach euer Auto laden könnt, ohne böse Überraschungen.1
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