In Bad Holzhausen endete eine wilde Verfolgungsjagd mit über 150 km/h im Crash: Ein Kia krachte in eine Praxis-Fassade. Die Polizei sucht jetzt Zeugen.
Was für eine wilde Nacht in Bad Holzhausen! In der Nacht zu Sonntag hat sich im Kreis Minden-Lübbecke eine rasante Verfolgungsjagd abgespielt, die mit einem heftigen Crash endete. Und das alles begann gegen 2 Uhr morgens auf der Fiesteler Straße in Lübbecke-Alswede.1
Einer Streifenwagenbesatzung fiel dort ein Kia auf, der mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. Die Beamten nahmen sofort die Verfolgung auf – doch der Fahrer dachte gar nicht daran, anzuhalten. Im Gegenteil: Selbst als die Polizisten Blaulicht und Martinshorn einschalteten, gab der Kia-Fahrer weiter Gas. Zeitweise zeigte der Tacho des Streifenwagens Geschwindigkeiten von mehr als 150 km/h an – und trotzdem konnten die Cops nicht aufschließen.1
Die rasante Fahrt führte über die Eikeler Straße auf die Hauptstraße (B 65) – bis an der Berliner Straße alles ein jähes Ende nahm. In einer Rechtskurve verlor der Fahrer die Kontrolle über seinen Kia: Das Auto kam zunächst nach links von der Fahrbahn ab und krachte gegen den Bordstein. Dann überfuhr es ein Beet, prallte gegen eine Laterne und kollidierte schließlich mit den Stützpfeilern eines Vordachs sowie der Fassade einer Physiotherapie-Praxis. Entgegen der ursprünglichen Fahrtrichtung kam der stark beschädigte Kia schließlich zum Stillstand.1
Klingt wie aus einem Actionfilm – ist aber bittere Realität und zum Glück ohne Todesopfer ausgegangen.
Direkt nach dem Unfall ergriffen zwei Fahrzeuginsassen zu Fuß die Flucht. Ein dritter Mann, ein 23-Jähriger aus Espelkamp, blieb im Wrack zurück. Der mutmaßliche Fahrer, ein 26-jähriger Mann aus Bünde, kehrte kurz darauf freiwillig zur Unfallstelle zurück – was ihm allerdings nicht viel geholfen hat: Die Beamten stellten bei ihm deutliche Anzeichen von Alkohol- und Drogenkonsum fest. Eine Blutprobe auf der Wache Lübbecke war die logische Konsequenz.1
Auch ein weiterer Mitfahrer machte den Einsatzkräften das Leben schwer: Er verhielt sich zunehmend aggressiv, behinderte die Unfallaufnahme und ignorierte einen Platzverweis. Das Ende vom Lied? Transport ins Polizeigewahrsam nach Minden. Einen Krankenhausbesuch per Rettungswagen hatte der offenbar leicht verletzte Mann zuvor abgelehnt.1
Bei der Überprüfung des Fahrzeugs kam noch eine weitere unangenehme Überraschung ans Licht: Die Kennzeichen am Kia gehörten gar nicht zu dem Auto – sie waren als gestohlen gemeldet und zur Fahndung ausgeschrieben. Der demolierte Kia wurde sichergestellt, eine umfangreiche Strafanzeige wurde gefertigt. Die Ermittlungen zur Identität des dritten Beteiligten, der noch auf der Flucht ist, laufen weiter.1
Die Polizei Minden-Lübbecke sucht jetzt dringend Zeugen, die den dunklen Kia vor dem Unfall oder das Unfallgeschehen selbst beobachtet haben. Wer etwas gesehen hat, meldet sich bitte unter der Telefonnummer (0571) 88660 bei der Polizei.1
So eine Nacht möchte niemand in seiner Nachbarschaft erleben – und sie zeigt einmal mehr, was passieren kann, wenn jemand rücksichtslos Gas gibt und dabei andere in Gefahr bringt. Bleibt auf den Straßen in NRW safe!
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