Nach einer WhatsApp-Warnung vor einer Schießerei in Bergneustadt stellt die Polizei klar: Niemand wurde erschossen, akute Gefahr besteht nicht.
Am Sonntag, 25. Oktober 2026, ging in Bergneustadt eine WhatsApp-Nachricht viral: Es sei eine Schießerei passiert, der Täter sei auf der Flucht, man solle besser nicht spazieren gehen. Wie das Portal news-on-tour.de berichtet, verbreitete sich die Warnung rasant in der Nachbarschaft – teilweise war sogar von einem Mord die Rede. Klar ist: Diese Formulierungen stimmen so nicht.
Nach Angaben von news-on-tour.de hat die Polizei Köln, die in diesem Fall die Pressehoheit hat, auf Nachfrage klar Stellung bezogen. Ein Beamter der Leitstelle wurde demnach deutlich: „Es ist niemand erschossen worden. Das ist nicht richtig.“ Die kursierende WhatsApp-Warnung bezeichnete er laut dem Portal als „pure Panikmache“ und stellte klar, dass keine akute Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Auch eine Razzia, wie teilweise gemunkelt wurde, habe es nicht gegeben.
Bestätigt wurde laut news-on-tour.de aber ein Polizeieinsatz in der Nistenbergstraße in Bergneustadt. Die Kölner Polizei sei gegen 10.53 Uhr in eine Fahndung eingebunden worden, der eigentliche Einsatz habe vermutlich schon zwischen 10.30 und 10.45 Uhr begonnen. Geführt wurde er von der Polizei im Oberbergischen Kreis, die Kriminalpolizei Köln war wegen ihrer übergreifenden Zuständigkeit für schwere Straftaten im Zuständigkeitsbereich eingebunden.
Dass tatsächlich etwas los war, zeigen laut news-on-tour.de ausgewertete Flugdaten: Ein Polizeihubschrauber des Landes NRW kreiste am Sonntag zwischen 11.33 und 11.52 Uhr mehrfach über Bergneustadt. Die Kölner Polizei habe den Hubschrauber nach eigenen Angaben nicht angefordert – wer ihn letztlich anforderte und weshalb er im Einsatz war, blieb laut dem Bericht offen.
Ob tatsächlich jemand verletzt wurde, wer beteiligt war und was genau in der Nistenbergstraße geschah, dazu äußerte sich die Polizei laut news-on-tour.de weder bestätigend noch dementierend. Grund dafür ist, dass bei Ermittlungen der Kriminalpolizei die Staatsanwaltschaft Köln als „Herrin des Verfahrens“ entscheidet, welche Informationen überhaupt veröffentlicht werden dürfen. Eine Pressestelle der Staatsanwaltschaft war am Wochenende nicht erreichbar, eine offizielle Mitteilung wurde laut dem Bericht frühestens für Montag, den 26. Oktober, erwartet.
In der Nachbarschaft kursierten dem Portal zufolge zusätzlich diverse ungeprüfte Schilderungen über den möglichen Ablauf des Geschehens. Diese Angaben stammen jedoch ausschließlich aus Erzählungen von Anwohnern und wurden von der Polizei zu keinem Zeitpunkt bestätigt. Fest steht nach offiziellen Angaben lediglich: Es gab einen Polizeieinsatz mit Fahndung, niemand wurde erschossen, und eine akute Gefahr für die Bevölkerung sah die Polizei zum damaligen Zeitpunkt nicht.
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