Ein 27-Jähriger fragte am Dortmunder Hauptbahnhof selbst nach seinem Haftbefehl – und landete prompt in der JVA. Wir haben die kuriosen Details des Falls.
Am Dortmunder Hauptbahnhof hat sich am 24. September 2026 eine Festnahme ereignet, die man sich kaum ausdenken könnte: Ein 27-jähriger Mann sprach gegen 10:50 Uhr eine Streife der Bundespolizei aktiv an – und fragte die Beamten kurzerhand, ob gegen ihn ein Haftbefehl vorliege.1 Spoiler: Ja, tat er.
Die Bundespolizisten überprüften die Personalien des wohnungslosen deutschen Staatsangehörigen direkt im Fahndungssystem – und wurden fündig. Die Staatsanwaltschaft Dortmund suchte den 27-Jährigen mit einem Vollstreckungshaftbefehl wegen Diebstahls.1 Um einer Verhaftung zu entgehen, hätte er die geforderte Geldstrafe in Höhe von 750 Euro vor Ort begleichen müssen. Das Geld hatte er nicht dabei.
Die Konsequenz: Die Einsatzkräfte nahmen ihn fest und überstellten ihn zur Verbüßung einer 25-tägigen Ersatzfreiheitsstrafe in eine Justizvollzugsanstalt.1 Ein teurer Moment der Neugier – im wahrsten Sinne des Wortes.
Der Dortmunder Hauptbahnhof scheint sich als Hotspot für besondere Festnahmen zu etablieren. Wie wir bereits in einem früheren Beitrag berichtet haben, schnappte die Bundespolizei dort erst Mitte September 2026 einen 32-jährigen kosovarischen Staatsangehörigen – damals im Rahmen einer Routinekontrolle. Der Mann hatte noch 96 Tage seiner Strafe wegen Raub und Erpressung abzusitzen.2 Auch damals zeigte sich: Die regelmäßige Polizeipräsenz an Bahnhöfen zahlt sich aus.
Ein Vollstreckungshaftbefehl wird ausgestellt, wenn jemand eine rechtskräftig verhängte Strafe nicht bezahlt oder anderweitig nicht erfüllt hat. In solchen Fällen kann eine Ersatzfreiheitsstrafe angeordnet werden – also Haft anstelle der nicht gezahlten Geldstrafe. Beim 27-Jährigen aus Dortmund entsprachen die offenen 750 Euro genau 25 Tagen hinter Gittern.1
Was den Mann am 24. September dazu bewogen hat, die Beamten direkt anzusprechen, bleibt offen. Vielleicht wollte er Klarheit, vielleicht hatte er schlicht keine Ahnung, was auf ihn zukommen würde. In jedem Fall zeigt der Vorfall einmal mehr, wie präsent und effektiv die Bundespolizei an NRWs Bahnhöfen unterwegs ist – ob bei Routinekontrollen oder wenn Gesuchte ganz von selbst auf die Beamten zukommen.1 Bleibt also dabei: Am Dortmunder Hauptbahnhof sollte man lieber keine Fragen stellen, die man nicht beantworten lassen möchte.
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