Spritpreise steigen, Tank-Tourismus boomt: Hier erfährst du, wie viel Kraftstoff, Zigaretten und Alkohol du steuerfrei über die Grenze bringen darfst.
Die Spritpreise in Deutschland ziehen gerade ordentlich an und viele überlegen sich: Warum nicht einfach kurz über die Grenze fahren und dort günstiger volltanken? Der sogenannte Tank-Tourismus boomt gerade wieder richtig. Klingt erstmal easy, ist es aber nur, wenn du ein paar Regeln kennst. Denn der Zoll schaut da schon genau hin.
Laut Zoll online darfst du als Privatperson Kraftstoff im EU-Ausland für deinen Eigenbedarf kaufen und steuerfrei mit nach Deutschland bringen. Der Haken: Du musst den Sprit persönlich transportieren und er muss im anderen Land schon versteuert und ganz normal an der Tankstelle gekauft worden sein. Volltanken im Fahrzeugtank ist dabei komplett unproblematisch, egal wie viele Liter reinpassen.
Spannender wird’s bei Reservekanistern: Hier gibt der Zoll eine Menge von bis zu 20 Litern vor, die nicht beanstandet wird. Wichtig dabei: Diese 20 Liter gelten pro Fahrzeug, nicht pro Person. Wenn ihr also zu viert im Auto sitzt, heißt das nicht automatisch vier mal 20 Liter extra im Kofferraum. Außerdem muss der mitgeführte Kraftstoff auch zum Motor passen, Diesel im Benziner oder umgekehrt zählt nicht als steuerfrei.
Besonders beliebt für den Grenz-Trip ist Polen. Wie polenjournal.de berichtet, gilt hier ebenfalls die Obergrenze von 20 Litern Benzin im Reservekanister zusätzlich zum vollen Tank. Wer mehrere Kanister oder improvisierte Behälter mitführt, riskiert laut dem Bericht eine Beschlagnahmung. Ein stabiler, zugelassener Kanister ist erlaubt, offene Flaschen dagegen nicht.
Neben Sprit lohnt sich der Abstecher nach Polen für viele auch wegen Zigaretten und Alkohol. Nach Angaben von polenjournal.de dürfen pro Person bis zu 800 Zigaretten, also vier Stangen, sowie 110 Liter Bier, 90 Liter Wein oder 10 Liter hochprozentiger Alkohol eingeführt werden. Diese Freimengen gelten pro Person und nicht pro Auto, solange glaubhaft ein persönlicher Gebrauch vorliegt. Wer den Eindruck erweckt, die Ware für den Handel mitzubringen, muss laut dem Bericht mit Beschlagnahmung, Steuernachzahlung und im schlimmsten Fall sogar einem Strafverfahren rechnen.
Kommst du aus einem Drittstaat wie der Schweiz zurück, gelten andere Regeln. Zoll online zufolge darfst du pro Motorfahrzeug die Menge im Hauptbehälter sowie zusätzlich bis zu 10 Liter im tragbaren Behälter zoll- und steuerfrei einführen. Wer mehr dabei hat, muss unverzüglich eine Steueranmeldung beim zuständigen Hauptzollamt abgeben und wird dann zum Steuerschuldner.
Ganz unabhängig vom Herkunftsland gilt außerdem das Gefahrgutrecht: In Deutschland dürfen maximal 240 Liter Kraftstoff transportiert werden, ein einzelner Kanister darf dabei nicht mehr als 60 Liter fassen und braucht eine entsprechende Zulassung. Im Ausland können hier übrigens striktere Grenzen gelten, also vorher am besten checken.
Der Trip über die Grenze zum günstigen Tanken kann sich also wirklich lohnen, solange du die Regeln im Kopf hast. Vollgetankter Tank: immer steuerfrei. Reservekanister: maximal 20 Liter pro Fahrzeug bei der Einreise aus der EU, 10 Liter bei Drittstaaten. Und bei Zigaretten, Alkohol und Co. gilt: Alles für den Eigenbedarf, sonst wird’s teuer. Wer sich an diese Eckpunkte hält, kommt entspannt und ohne böse Überraschung am Zoll wieder nach Hause.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!