Zehn Azubis in Rheda-Wiedenbrück erkranken nach einem Mett-Frühstück an Campylobacter-Keimen. Was wirklich hinter dem Durchfall-Drama im…
Eigentlich sollte es eine nette Geste sein: Ein Ausbilder im Tischler-Bildungszentrum in Rheda-Wiedenbrück spendierte seinem Lehrgang morgens Mett-Brötchen zum Frühstück. Was dann folgte, war alles andere als gemütlich. Fast alle zehn Lehrlinge klagten kurz danach über heftige Magen-Darm-Beschwerden. Statt entspanntem Werkstattalltag hieß es für die Azubis erstmal: ab aufs Klo.
Wie Radio Gütersloh berichtet, haben sich die zehn Lehrlinge mit dem in Deutschland häufigsten bakteriellen Durchfallerreger infiziert. Laut Angaben des Kreises Gütersloh wird die Infektion in Verbindung mit den Mett-Brötchen gebracht. Eine hundertprozentige Beweislage gibt es allerdings nicht mehr, denn als die Lebensmittelüberwachung den Betrieb kontrollierte, war das verdächtige Fleisch schon längst aufgebraucht.
Nach Angaben von die-glocke.de stand zwischenzeitlich sogar ein Ehec-Verdacht im Raum – der sich aber nicht bestätigt hat. Stattdessen wurden die Lehrlinge mit Campylobacter-Keimen infiziert. Die Zeitung berichtet, dass die Tischler nach dem Frühstück im Tischler-Bildungszentrum über schwerwiegende Magen-Darm-Probleme klagten.
Campylobacter gilt als einer der häufigsten Verursacher von bakteriell bedingten Durchfallerkrankungen hierzulande und wird oft über rohes oder nicht durchgegartes Fleisch übertragen – Mett zählt da klassisch zu den Risikokandidaten. Das Frühstück liegt mittlerweile gut einen Monat zurück, die Ursache gilt trotz des klaren Verdachts offiziell als nicht eindeutig nachweisbar.
Das Problem bei solchen Fällen: Ist das verdächtige Lebensmittel erstmal verzehrt oder entsorgt, lässt sich im Nachhinein kaum noch zweifelsfrei klären, woran es wirklich lag. Genau das war auch in Rheda-Wiedenbrück der Fall. Die Lebensmittelüberwachung konnte zwar aktiv werden, stieß aber auf ein leeres Regal, weil das Mett bereits komplett verzehrt worden war.
Für die betroffenen Azubis dürfte das kein großer Trost gewesen sein – Fakt ist aber: Zehn Teilnehmer des Lehrgangs mussten nach dem vermeintlich harmlosen Frühstück ordentlich leiden. Eine klassische Erinnerung daran, dass rohes Hackfleisch zwar bei vielen auf dem Brötchen landet, aber eben auch ein echtes Risiko mit sich bringt, wenn Hygiene und Kühlkette nicht hundertprozentig stimmen.
Der Fall aus Rheda-Wiedenbrück zeigt mal wieder, wie schnell aus einer gut gemeinten Frühstücksgeste ein echtes Gesundheitsproblem werden kann. Auch wenn die genaue Ursache nicht mehr hundertprozentig nachgewiesen werden konnte, bringt der Kreis Gütersloh die Erkrankung klar mit den Mett-Brötchen in Verbindung. Wer rohes Hackfleisch isst, sollte also lieber zweimal hinschauen, woher es kommt und wie frisch es wirklich ist.
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