ChurchChill feierte seine Premiere in der Sürther Auferstehungskirche: Liegestühle, Lounge-Musik, Comedy und Cocktails sorgten für einen restlos ausverkauften…
Liegestuhl statt Kirchenbank, Mojito statt Abendmahl, Jazz statt Orgel – klingt nach einem Widerspruch? Nicht in Sürth! In der Auferstehungskirche im Kölner Süden feierte das Event-Format „ChurchChill“ seine Premiere und sorgte direkt für einen ausverkauften Abend. Die Idee dahinter: Kirche als Raum der Entspannung, des Zusammenkommens – und des echten Gute-Laune-Habens.1
Marcus Hanf und Ralf Perey, die schon Erfahrung mit Kulturveranstaltungen in außergewöhnlichen Locations haben – Perey hat zum Beispiel Lasershows in Kirchen der Kölner Stadtteile Weiß und Rodenkirchen organisiert – kamen mit ihrer Idee zu Pfarrer Simon Manderla. Der musste nicht lange überlegen: „Eigentlich überhaupt nicht!“, sagte er schmunzelnd. Die Kombination aus Lounge-Musik, Comedy live, Snacks und Cocktails in einem Kirchenraum war einfach zu überzeugend.1
Zur Begrüßung lieferte Pfarrer Manderla direkt den perfekten Einstieg: „Ausruhen, Pause machen, Atem holen ist etwas zutiefst Menschliches.“ Und dann verband er das „Chillen“ sogar mit der Bibel – in der Schöpfungsgeschichte habe Gott am siebten Tag mal die Füße hochgelegt. „Vielleicht machte er sich auch gute Musik an, holte sich einen Cocktail“, spann er den Faden zur Erheiterung des Publikums weiter.1
Schon bevor das Programm offiziell startete, sorgte Detlef Lauenstein – bekannt als Musiker der Kölschband „3 Söck“ – mit seinem Akkordeon für die perfekte Einstimmung. Für ihn hatte der Abend auch eine persönliche Note: „Das war für mich eine schöne Gelegenheit, in mein neues Veedel reinzuschnuppern. Ich bin ja gerade erst von Rondorf nach Sürth gezogen.“1
Comedian Rafael Krause, in der Kölner Comedy-Szene unter anderem aus dem Umfeld des „BOING! Comedy Club“ bekannt, unterhielt die gut 90 Gäste mit Stand-up über Alltag, Familie, Missverständnisse und die Liebe. Bei Letzterem bat er ums Klatschen: „Wer ist hier verheiratet?“ – und erntete zunächst komplette Stille. Doch auf seine zweite Nachfrage kam dann doch ein deutlicher Applaus der verheirateten Paare. Feinsinnige Alltagsbeobachtungen, die den Nerv des Publikums voll trafen.1
Den musikalischen Höhepunkt lieferte das Trio „Wolfgang Behrendt & friends“: Sängerin Claudia Rimbach, Gitarrist Rolf Marx und Wolfgang Behrendt am Piano begeisterten mit einer Mischung aus Soul, Bossa und Jazz. Mal voller Energie, mal leicht und schwebend – das Publikum war so begeistert, dass die Musiker nach dem offiziellen Programmende einfach nicht von der Bühne wollten. „Schluss war erst nach mehreren Zugaben und eine gute halbe Stunde später als geplant“, freute sich Mitveranstalter Ralf Perey.1
Dazwischen: Kölsch, Salzgebäck, Cocktails mit und ohne Alkohol, Aperol Spritz in der Abendsonne. Wer in seinem Liegestuhl in der Kirche saß, wollte gar nicht mehr aufstehen. Wie ist das in meinen Warenkorb gekommen? – Ach ne, falsche Veranstaltung. Aber genau dieses Gefühl des „Wie, ist der Abend schon vorbei?“ haben die Gäste in Sürth offensichtlich sehr gut gekannt.1
Die Premiere von „ChurchChill“ zeigt: Kirche kann mehr sein als Gottesdienst und feierliche Stille. Ein Raum, der Menschen zusammenbringt, der entspannt und unterhält – und dabei trotzdem authentisch bleibt. Die Auferstehungskirche in Sürth hat das an diesem Abend eindrucksvoll bewiesen. Ob es eine Fortsetzung gibt, ist noch nicht offiziell bestätigt. Aber bei einer komplett ausverkauften Premiere und Zugaben bis weit nach Programmende liegt die Antwort eigentlich auf der Hand.1
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