Fritz Schaefer, 1Live-Moderator aus Köln, ist neu im Autorenteam von „Die drei ???
Stell dir vor, du hast als Kind davon geträumt, eigene „Die drei ???“-Fälle zu erfinden – und plötzlich ist genau das dein Job. Für Fritz Schaefer, 1Live-Moderator und waschechter Wahl-Kölner, ist dieser Traum wahr geworden. Am 20. Juli 2026 erschien mit „Spuk in Hollywood“ seine erste Folge für die legendäre Hörspielreihe – und seitdem kann er es selbst kaum glauben.1
„Als Kind habe ich schon davon geträumt, mir diese Geschichten, die ich als Bücher gelesen und als Hörspiele gehört habe, auch selbst einmal auszudenken“, sagt der 29-Jährige. „Dass das jetzt ein erwachsener Beruf mit viel Arbeit und Geldverdienen sein soll, ist super schräg.“1
Der Weg ins eingeschworene Autorenteam war alles andere als einfach. Fritz Schaefer hatte 2024 zufällig wieder ein Fragezeichenbuch in der Hand und dachte: Das will ich auch schreiben. Seine Literaturagentur nannte die Idee zunächst „ein bisschen größenwahnsinnig“ – stellte aber einen Kontakt zum Kosmos-Verlag her. Eine halbe Stunde später kam die Rückmeldung: Die suchen wirklich. Was folgte, waren viele Monate intensive Schreibproben, bis die zähe Vorarbeit fast unbemerkt ins erste fertige Buch überging.1
Im Team schreibt jeder Autor ein Buch pro Jahr, insgesamt erscheinen sechs Fälle jährlich. Für Schaefer war der Einstieg in die vorgegebene Struktur der Serie kein Problem: „Die Geschichte kam dann sehr reflexartig aus mir heraus“, erklärt er – kein Wunder, wenn man die Reihe quasi mit der Muttermilch aufgesogen hat.1
„Spuk in Hollywood“ bringt etwas Neues in die Serie: Erstmals wird Social Media als Thema aufgegriffen. Es geht um Geisterjagd im Netz und ein Haus einer Schauspielerin, in dem es angeblich spuken soll. Die Reihe wird bewusst anachronistisch gehalten – Smartphones brauchten fast 20 Jahre, um wirklich in die Geschichten einzuziehen. Vorher waren es noch Disketten, die Computerviren verbreiteten.1
Für Schaefer ist das Balanceakt und Charme zugleich: Die Altfans lieben den Rolls-Royce mit Autotelefon, während jüngere Hörer sich fragen, warum Bob nicht einfach googelt. Apropos Bob: Der ist übrigens Schaefers Lieblingsdetektiv – wegen seiner ruhigen Art und den sarkastischen Kommentaren, die laut Schaefer stark vom Hörspielsprecher Andreas Fröhlich geprägt wurden.1
Wie lange hält sich die Kultreihe noch? Schaefers Antwort ist eindeutig: „Der Moment, wo sie hätte sterben können, ist, glaube ich, vorbei. Das Ende ist nicht absehbar. Sie ist wie ein Perpetuum mobile.“1 Von jung bis über 50 hören Menschen die Geschichten zum Einschlafen, bei Live-Events treffen sich Opa, Tochter und Enkel. Dass die Serie in den USA schon lange eingestellt wurde, in Deutschland aber weiterläuft, macht sie laut Schaefer zu einem echten deutschen Phänomen – mit deutschen Polizeisirenen im Hörspiel und Detektiven, die mal auf der Schwäbischen Alb landen. Macht keinen Sinn? Ist aber Teil des Erfolgs.1
Schaefer lebt seit rund zehn Jahren in Köln – ursprünglich kommt er aus Dorsten im Ruhrgebiet, zog zum Studium in die Domstadt und blieb. Beim WDR sammelte er erste Erfahrungen in der Hörfunkunterhaltung, bevor 1Live auf ihn aufmerksam wurde. Seit einem Jahr ist er zusätzlich auch im Fernsehen aktiv, in der Lokalzeit.1
In seiner Freizeit flaniert er gerne durchs Eigelstein-Viertel, in dem er sich auch im Bürgerverein engagiert, und schreibt im Funkhaus-Café. Ein weiterer Lieblingsort: das Café Wahlen, das aussieht „wie aus der Weimarer Republik“ – mit Gerichten aus Wirtschaftswunderzeiten, die ihn an seine Oma erinnern. Klingt ehrlich gesagt ziemlich gemütlich.1
Fritz Schaefer zeigt, dass Kindheitsträume manchmal doch wahr werden – auch wenn der Weg dorthin viele Monate Schreibproben bedeutet. „Die drei ???“ bleiben ein Phänomen, das Generationen verbindet, und mit neuen Autoren wie Schaefer ist das Ende dieser Erfolgsgeschichte wirklich nicht absehbar. Wir sind gespannt, welche Fälle als nächstes aus Köln kommen!1
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