Das Shalom-Festival läuft jetzt in Köln: 70 Konzerte, 25+ Spielorte und viele Gratis-Acts erwarten dich vom 1. bis 10. September 2026.
Köln wird zur Bühne – und zwar für jüdische Musik in all ihren Facetten. Wie wir euch in einem früheren Beitrag bereits angekündigt haben, findet das Shalom-Festival vom 1. bis zum 10. September 2026 in der ganzen Stadt statt. Jetzt ist es offiziell gestartet – und die Dimensionen sind beeindruckend: Rund 70 Konzerte, mehr als 25 Spielorte und ein Großteil davon kostenlos. Klingt nach einem perfekten Ausflug, oder?1
Veranstaltet wird das Festival vom Kölner Forum für Kultur und Dialog in Kooperation mit der Kölner Synagogen-Gemeinde. Vereinsvorsitzende Claudia Hessel bringt es auf den Punkt: „Jüdische Musik und jüdisches Leben gehören zu Köln – schließlich ist die Gemeinde hier die Älteste nördlich der Alpen.“ NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Schirmherrschaft übernommen. Das Motto des Festivals lautet „Zuhören“ – und das ist Programm.1
Mehr als 1.700 Jahre jüdisches Leben in Köln – das ist eine Geschichte, die gehört werden will. Und genau das passiert jetzt: Musikerinnen und Musiker verschiedener Generationen und Traditionen treten an über 25 Spielorten in der ganzen Stadt auf. Den feierlichen Auftakt macht die Flora. Unter den Acts ist auch der Kammerchor des Kölner Männer-Gesang-Vereins, der gemeinsam mit der Berliner Sängerin Sharon Brauner auf der Bühne steht.1
Neben den über 50 kostenlosen Konzerten mit Uraufführungen und Klassikern der jüdischen Musik gibt es einen Act, den du so garantiert noch nicht erlebt hast.2 Bar Zemach spielt das Schofar – ein etwa 3.000 Jahre altes Blasinstrument, traditionell aus einem Widderhorn gefertigt, ganz ohne Klappen, Ventile oder Mundstück. Im Judentum hat es eine besondere Bedeutung und ist eigentlich vor allem zu hohen Feiertagen in der Synagoge zu hören, zum Beispiel zum Neujahrsfest Rosch ha Schana, das am 11. September beginnt.1
Normalerweise bringt das Schofar maximal drei Töne hervor. Bar Zemach schafft damit ganze Melodien – von Klassik bis hin zur FC-Hymne. Wie? Durch seine Atemtechnik und die gezielte Spannung seiner Lippen. Der 26-Jährige gilt als erster bekannter Musiker, der dieses jahrtausendealte Instrument melodisch auf große Konzertbühnen bringt. Allein im vergangenen Jahr hat er weltweit rund hundert Konzerte mit dem Schofar gegeben.1
„Mein Opa hat mir mein Schofar zum 18. Geburtstag geschenkt“, erzählt Zemach. „Er wünschte sich, dass ich unsere Kultur in die Welt trage.“ Beim Shalom-Festival wird er mehrfach auftreten, auch beim Eröffnungskonzert. Täglich übt er drei Stunden – und spielt das Instrument koscher: nicht von der Seite und immer mit Kippa.1
Bar Zemach bringt es selbst am besten auf den Punkt:
„Ich finde, das Teilen von Kultur ist das Einzige, was uns in diesen Zeiten zusammenbringt, in denen das Zwischenmenschliche wirklich herausgefordert wird.“1
Genau darum geht es beim Shalom-Festival: Raum für Dialog und Begegnung schaffen – durch Musik, durch Zuhören, durch gemeinsame Erlebnisse. Ob du jüdische Musik bereits liebst oder zum ersten Mal damit in Berührung kommst – hier ist für jeden was dabei.1
Zehn Tage, Dutzende Spielorte, kostenlose Konzerte – das Shalom-Festival ist das Kultur-Event des Septembers in Köln. Schnappt euch eure Kuscheldecke für die Abendkonzerte und seid dabei – denn solche Momente verbinden.12
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