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Töpfern, Yoga, Seniorentisch: Die Evangelische Gemeinde in Kaarst denkt Kirche neu
3. August 2026

Die Evangelische Gemeinde in Kaarst setzt auf Töpfern, Yoga und Seniorentisch – Kirche als dritter Ort für alle Menschen in NRW.

Kirche ist mehr als Gottesdienst

Hand aufs Herz – wann bist du das letzte Mal in einer Kirche gewesen, ohne dass es um Taufe, Hochzeit oder Beerdigung ging? In Kaarst soll sich das ändern. Die Evangelische Gemeinde dort setzt auf ein Konzept, das Kirchenräume als sogenannte „dritte Orte“ begreift – also als Plätze, an denen Menschen einfach zusammenkommen, ohne großen Anlass und ohne Mitgliedsbuch.1

Der Gedanke dahinter ist eigentlich ziemlich simpel: Zuhause ist der erste Ort, die Arbeit der zweite – und dann sollte es noch einen dritten Ort geben, an dem Gemeinschaft einfach so passiert. Kaffee trinken, reden, etwas erleben. Genau da will die Gemeinde in Kaarst ansetzen.1

Was da so alles angeboten wird

Das Angebot klingt erstmal überraschend bunt für einen kirchlichen Kontext: Töpfern, Yoga und ein Seniorentisch – das ist das, was die Evangelische Gemeinde in Kaarst unter „Kirche als dritter Ort“ versteht.1 Kein erhobener Zeigefinger, kein Pflichtprogramm. Stattdessen ein niedrigschwelliges Angebot, das Menschen unterschiedlichster Altersgruppen ansprechen soll.

Besonders der Seniorentisch zeigt, wie wichtig solche Begegnungsräume sein können. Gerade ältere Menschen, die vielleicht allein leben, brauchen Orte, an denen sie regelmäßig andere treffen können – ganz ohne großen Aufwand.1 Und wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Töpfern und Yoga eines Tages zum kirchlichen Programm gehören würden?

Warum das Konzept „dritter Ort“ gerade jetzt so relevant ist

In einer Zeit, in der klassische Gemeinschaftsstrukturen bröckeln und viele Menschen angeben, sich einsam zu fühlen, steckt hinter dem Konzept mehr als ein nettes Zusatzprogramm. Die Idee ist, dass Kirchengebäude nicht nur sonntags genutzt werden – sondern als lebendige Treffpunkte mitten im Alltag.1

Das ist auch für Menschen interessant, die mit dem klassischen Glauben wenig anfangen können. Der Raum steht offen, die Aktivitäten sprechen für sich. Wer Lust auf Töpfern hat, kommt zum Töpfern – und trifft dabei vielleicht Leute, die er sonst nie kennengelernt hätte.

Ein Modell mit Zukunft?

Was die Evangelische Gemeinde in Kaarst da ausprobiert, könnte durchaus als Blaupause für andere Gemeinden in NRW taugen.1 Gerade in Zeiten sinkender Mitgliederzahlen und schwindender Relevanz im Alltag vieler Menschen ist kreatives Umdenken gefragt. Kirche nicht als Institution, sondern als Ort des Miteinanders – das ist ein ziemlich moderner Ansatz mit ganz alten Wurzeln.

Bleibt abzuwarten, wie sich das Konzept entwickelt und ob es tatsächlich neue Zielgruppen für die Gemeinde begeistern kann. Aber allein die Tatsache, dass man’s versucht, verdient Respekt. In Kaarst jedenfalls weiß man jetzt: Kirche kann auch Töpferscheibe.

Quellen

  1. Evangelische Gemeinde in Kaarst: Töpfern, Yoga, Seniorentisch – Kirche als dritter Ort


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