In Köln gibt es jetzt den Proberaum worX: ein neues Angebot für psychisch belastete Jugendliche unter 25 mit direktem Zugang zu Therapie und…
Ein Viertel der Schülerinnen und Schüler in Deutschland fühlt sich psychisch stark belastet – und gleichzeitig werden Therapieplätze immer knapper, die Wartezeiten immer länger. Klingt nach einer echten Schieflage, oder? In Köln reagieren das Jobcenter Köln und die Alexianer Köln jetzt mit einem neuen Angebot, das genau dort ansetzt, wo es wirklich wehtut: im Alltag junger Menschen.1
Zentral am Eigelstein, in der Hamburger Straße 2A, hat der „Proberaum worX“ einen neuen Standort eröffnet. Das Angebot richtet sich an junge Menschen unter 25 Jahren, die beim Jobcenter gemeldet sind und Leistungen beziehen. Viele kommen über das Jobcenter selbst, über Kliniken oder über ihre Eltern – aber alle haben eins gemeinsam: Psychische Belastungen machen ihnen den Alltag schwer.1
Das Ziel? Struktur in den Alltag bringen, Psychotherapie ermöglichen und eine berufliche Perspektive entwickeln. Kein vorgegebenes Programm, keine Standardlösung – sondern echte, individuelle Begleitung.1
Claudia Zeitz, Koordinatorin des Projekts, bringt es auf den Punkt: „Viele junge Menschen leiden unter Sozialphobien, Depressionen oder Angstzuständen. Sie fragen sich ständig: Wie werde ich wahrgenommen? Was denken andere über mich? Manche haben Angst zu telefonieren, andere fühlen sich durch die politische Lage verunsichert.“1
Corona hat dabei vieles verschärft – Studierende, die monatelang allein im Zimmer saßen, Jugendliche, die kaum noch rausgingen, ein Alltag, der sich komplett ins Handy verlagert hat. „Das Handy ist angewachsen“, sagt Zeitz. „Viele haben Angst, etwas zu verpassen.“1
Im Proberaum worX dreht sich deshalb vieles um ganz praktische Dinge:
Was das Angebot wirklich besonders macht: Die Alexianer betreiben zwei Ambulanzen mit Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten – und der Zugang dazu ist direkt, ohne lange Warteliste. „Wir haben das Glück, dass wir hier einen direkten Zugang zu Psychotherapeuten haben. Sie nehmen sich viel Zeit. Das ist heute selten“, sagt Zeitz.1
Und sie macht auch keinen Hehl daraus, was sie von der aktuellen Lage hält: „Ich glaube, die Regierung guckt nicht richtig hin – und das tut mir in der Seele weh. Wenn junge Leute eine Therapie machen, profitieren sie ungemein. Aber aktuell warten sie unglaublich lange.“1
Das Jobcenter Köln hat den Ansatz klar formuliert: Wer psychisch stabil ist, kann langfristig besser arbeiten, lernen und am Arbeitsmarkt teilnehmen. Der „Proberaum worX“ zeigt, dass niedrigschwellige, individuelle Unterstützung für junge Menschen funktionieren kann – und vielleicht sogar als Vorbild für andere Städte in NRW dienen könnte. Wenn du oder jemand aus deinem Umfeld unter 25 ist, beim Jobcenter Köln gemeldet und psychisch belastet – dann ist das hier ein Anlaufpunkt, der wirklich helfen kann.1
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