Rafaela Stanke ist eine der beliebtesten Busfahrerinnen Deutschlands – mit Lächeln, Empathie und dickem Fell meistert sie den Kölner Alltag auf der Linie.
Kennst du das Gefühl, wenn du morgens müde in den Bus steigst und dich gleich ein freundliches Lächeln begrüßt? Genau das erleben viele Fahrgäste in Köln jeden Tag mit Rafaela Stanke – und offenbar sind damit nicht nur ein paar Stammgäste begeistert. Bei einem bundesweiten Wettbewerb konnten Fahrgäste ihre persönlichen Buserlebnisse schildern und ihren Lieblingsfahrer oder ihre Lieblingsfahrerin nominieren. Das Ergebnis: Rafaela Stanke zählt zu den beliebtesten Busfahrerinnen ganz Deutschlands.1
Dass Rafaela überhaupt hinterm Steuer eines Linienbusses sitzt, ist eigentlich purer Zufall. Vor elf Jahren arbeitete sie noch an einer Kaffeebude in Köln, als Mitarbeitende der KVB sie auf den Beruf der Busfahrerin aufmerksam machten. Einfach war der Weg nicht – dreimal hat sie sich beworben, erst beim dritten Anlauf hat es geklappt. Seit 2015 ist sie nun bei den Kölner Verkehrsbetrieben.1
Und der Einsatz lohnt sich: Täglich pendelt die 55-Jährige knapp zwei Stunden, nur um ihren Job in Köln zu machen. Diese Hingabe spricht Bände.
Als die Nachricht von ihrer Auszeichnung ankam, war Rafaela Stanke überwältigt. „Mir kamen Freudentränen, als ich die Nachricht bekommen habe“, sagt sie. „Insgeheim habe ich mich immer gefragt: Sieht das eigentlich jemand, was ich hier jeden Tag mache? Jetzt weiß ich, es wurde gesehen, und das erfüllt mich mit Stolz.“1
Wer sie einmal auf ihrer Route erlebt hat, versteht die Begeisterung ihrer Fahrgäste sofort. Manche Stammgäste geben ihr beim Einsteigen sogar die Hand – so eine Verbindung entsteht nicht von allein.
Busfahren in Köln ist kein Spaziergang. Autos in zweiter Reihe, Radfahrer, die sich im letzten Moment noch am Bus vorbeizwängen – Rafaela Stanke navigiert das alles mit bemerkenswerter Ruhe und hat dabei für jeden ein freundliches Wort oder einen flotten Spruch parat.1
Doch der Job hat auch seine Schattenseiten. „Man muss da einfach ein dickes Fell haben, denn leider bekommt man hier schon Beleidigungen ab“, sagt sie offen. Ihr Umgang damit? Empathie statt Gegenwind: „Ich versuche mich da immer in die andere Person hinein zu versetzen. Wer weiß, was die heute erlebt hat.“ Gleichzeitig wünscht sie sich einen respektvolleren Umgang – eine Bitte, die wohl viele Busfahrerinnen und Busfahrer unterschreiben würden.1
Rafaela Stanke zeigt, was im Alltag oft vergessen wird: Ein Lächeln, ein nettes Wort und ein bisschen Empathie machen den Unterschied – egal ob hinterm Lenkrad oder im Fahrgastraum. Ihre Geschichte ist eine kleine Erinnerung daran, dass es die Menschen sind, die den ÖPNV lebenswert machen. Hut ab, Rafaela! 🙌
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