Zehn Jahre nach dem Putschversuch in der Türkei erzählen Menschen aus NRW, wie sie die Nacht vom 15.
Zehn Jahre ist es jetzt her – und trotzdem fühlt es sich für viele an, als wäre es gestern gewesen. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 versuchten Teile des türkischen Militärs, die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan zu stürzen. Eine Fernsehmoderatorin verlas live die Erklärung der mutmaßlichen Putschisten, Erdoğan rief seine Anhänger per Smartphone-Schalte auf die Straße – und Menschen stellten sich Militärfahrzeugen entgegen, kletterten auf Panzer auf der Bosporus-Brücke.1 Bilder, die sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben.
Wer die Türkei von heute verstehen möchte, kommt um diese Nacht nicht herum. Und auch hier bei uns in Nordrhein-Westfalen hat der Putschversuch Spuren hinterlassen – denn NRW ist eines der Bundesländer mit den meisten Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland.
Die WDR-Doku „Erdoğan“ blickt auf die Ereignisse zurück – und gibt dabei drei Menschen aus NRW das Wort, die erzählen, wie sie die Ereignisse dieser Nacht persönlich erlebt haben und was bis heute davon geblieben ist.1 Ihre Geschichten machen deutlich: Der gescheiterte Putschversuch ist kein abstraktes Stück Zeitgeschichte, sondern etwas, das Familien, Freundschaften und Identitäten hier in der Region direkt berührt hat.
Für viele Menschen mit Verbindungen in die Türkei war diese Nacht ein Schock. Telefonate mit Verwandten, bange Stunden vor dem Fernseher, Ungewissheit darüber, wer gerade die Kontrolle hat – das alles spielte sich auch in den Wohnzimmern in NRW ab. Und die Fragen, die damals aufkamen, sind für viele bis heute nicht vollständig beantwortet.
Der Putschversuch gilt als einer der folgenreichsten Momente der modernen türkischen Geschichte. Wer die politische Lage in der Türkei heute einordnen möchte, muss diesen Wendepunkt kennen – das macht auch die WDR-Doku deutlich.1 Denn was in jener Nacht passiert ist, hat das Land nachhaltig verändert.
Gleichzeitig zeigen die Stimmen aus NRW, dass solche weltpolitischen Ereignisse nicht irgendwo „weit weg“ passieren. Sie landen mitten in unserer Community hier in Nordrhein-Westfalen, bei Menschen, die zwischen zwei Kulturen leben und deren Familien oft auf beiden Seiten betroffen sind.
Ein Jahrzehnt ist vergangen. Und die Frage, was von dieser Nacht geblieben ist, lässt sich nicht mit einem einfachen Satz beantworten. Für manche ist es Erleichterung, dass der Putsch scheiterte. Für andere ist es Trauer über das, was danach kam. Und für viele ist es vor allem eine tiefe Verbundenheit mit einem Land, das sie – egal wo sie gerade leben – nie ganz loslässt.1
Die WDR-Doku „Erdoğan“ gibt genau diesen Stimmen Raum. Und sie erinnert uns daran, dass Geschichte nicht nur in Geschichtsbüchern steckt – sondern auch in den Erinnerungen der Menschen, die direkt neben uns leben.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!