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Aachen in der Finanzklemme: Wenn 65 Millionen Euro einfach fehlen
16. Oktober 2026

Aachen kämpft mit einer 65-Millionen-Euro-Lücke im Haushalt. Wir zeigen, warum fast jede zweite NRW-Kommune bald in der Haushaltssicherung steckt.

Aachen hat ein riesiges Loch im Haushalt

Stellt euch vor, ihr plant euer Monatsbudget und auf einmal fehlt ein fünfstelliger Betrag, den ihr fest eingeplant hattet. Genau sowas passiert gerade Aachen – nur eben in einer ganz anderen Dimension. Wie lokalklick.eu berichtet, musste die Kämmerin der Stadt am 21. April 2026 eine Haushaltssperre verhängen, weil sich bei der Gewerbesteuer eine Lücke von rund 65 Millionen Euro abgezeichnet hatte. Das zeigt mal wieder: Wenn ein paar große Steuerzahler plötzlich weniger abliefern, kann das die Planung einer ganzen Großstadt durcheinanderwirbeln.

Aachen ist damit nicht allein

Was in Aachen passiert, ist leider kein Einzelfall. Nach Angaben von lokalklick.eu kämpfen gerade super viele Städte, Gemeinden und Kreise in NRW mit Haushaltsdefiziten, steigenden Ausgaben und immer weniger finanziellem Spielraum. Von Mönchengladbach, das im Juli 2026 ebenfalls eine Haushaltssperre bis Jahresende verhängte, bis Goch, wo sich das erwartete Defizit von 7,3 auf satte 15,9 Millionen Euro erhöhte – überall das gleiche Bild. Auch Dortmund zog nach und kündigte eine haushaltswirtschaftliche Sperre für das vierte Quartal 2026 an, die am 1. Oktober in Kraft trat.

Die Zahlen für ganz NRW sind ziemlich heftig: Laut der gemeinsamen Haushaltsumfrage des Städtetages NRW und des Städte- und Gemeindebundes NRW vom 22. September 2026 bewerteten mehr als zwei Drittel der Städte und Gemeinden ihre aktuelle Finanzlage als mangelhaft. Nur sieben von 396 Kommunen konnten 2026 ihre laufenden Ausgaben komplett durch eigene Einnahmen decken. Krass, oder?

Was bedeutet das eigentlich – Haushaltssperre und Co?

Falls ihr euch fragt, was so eine Haushaltssperre überhaupt heißt: Sie begrenzt einfach, wie viel Geld aus dem Haushalt freigegeben oder ausgegeben werden darf, wenn sich die Finanzlage verschlechtert. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass eine Stadt pleite ist. Schlimmer wird’s beim Haushaltssicherungskonzept – das ist quasi ein Pflichtprogramm, mit dem eine Kommune zurück zum ausgeglichenen Haushalt finden muss, und die Kommunalaufsicht schaut dabei genau hin. Laut lokalklick.eu waren 2026 bereits 89 Städte und Gemeinden in NRW zur Haushaltssicherung verpflichtet – für 2029 rechnen die kommunalen Spitzenverbände sogar mit 219 betroffenen Kommunen, also mehr als jede zweite Stadt im Land.

Woher kommt die Krise eigentlich?

Das Ganze ist kein Problem von heute auf morgen entstanden. Schon seit 2010 kämpfen viele Kommunen mit hohen Kassenkrediten und schwacher Steuerkraft, erklärt lokalklick.eu. Dazu kamen die Corona-Pandemie mit ihren Einnahmeausfällen und seit 2022 die Energiekrise, hohe Inflation und steigende Zinsen, die Kredite teurer gemacht haben. Gleichzeitig wachsen die Ausgaben für soziale Leistungen immer weiter – seit 2009 haben sich die gesetzlich vorgeschriebenen Sozialausgaben der Kommunen laut den Verbänden mehr als verdoppelt.

Auch bei der Verschuldung sieht’s düster aus: Ende 2025 lagen die Schulden der NRW-Gemeinden laut IT.NRW bei rund 64,1 Milliarden Euro – satte 15,7 Prozent mehr als noch Ende 2024. Für Aachen und alle anderen betroffenen Städte heißt das: Die kommenden Jahre werden finanziell eng, und am Ende spüren das meistens auch die Bürger, sei es durch höhere Gebühren oder weniger Angebote vor Ort.

Quellen


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