Heinz-Dieter Richmann engagiert sich seit über 50 Jahren ehrenamtlich für Köln-Brück. Sein Motto: anpacken statt klagen – und das macht den Unterschied.
Klagen ist easy. Einfach schimpfen, was alles nicht funktioniert, was die Stadt nicht hinbekommt, was nervt. Aber wer wirklich etwas verändern will, muss selbst ran. Heinz-Dieter Richmann aus Köln-Brück lebt genau das – seit über 50 Jahren. Und er zeigt, was passiert, wenn man nicht wartet, bis andere handeln.1
Mit 17 trat Richmann der Freiwilligen Feuerwehr in Brück bei. 40 Jahre lang war er dort als Einsatzleiter und Ausbilder aktiv – und das war erst der Anfang. Über die Feuerwehr kam er zur Bürgergemeinschaft Brück, der er seit 42 Jahren angehört und die er 16 Jahre lang als erster Vorsitzender geführt hat. Heute ist er 69 Jahre alt und hat die Energie von jemandem, dem noch tausend Ideen im Kopf schwirren.1
Sein Bild für das Ehrenamt trifft es ziemlich genau: „Irgendwann fängt man an. Am Anfang macht man die Türen und Fenster, dann die Heizung, irgendwann ist das ganze Haus smart und dann kommt oben noch eine Solaranlage drauf.“ Das Haus in diesem Bild? Sein Heimatveedel Brück.1
Die Liste der Projekte, die Richmann und die Bürgergemeinschaft in den vergangenen Jahrzehnten umgesetzt haben, ist wirklich beeindruckend lang. Ein paar Highlights:1
Und dann ist da noch das Herzstück: der Brücker Wildpark. Als in den 90er Jahren die Schließung drohte, organisierte die Bürgergemeinschaft eine Großspendenaktion und rettete das Wildgehege. Bis heute hilft die Gemeinschaft der Stadt als Eigentümerin bei der Erhaltung. „Da bin ich sehr stolz drauf“, sagt Richmann.1
Viele der Aufgaben, die die Bürgergemeinschaft übernimmt, wären eigentlich Sache der Stadtverwaltung. Doch Richmann diskutiert darüber nicht lange. Wenn Missstände in der Bürokratie hängenbleiben oder das Geld fehlt, schließt die Brücker Gemeinschaft die Lücken einfach selbst. „Klagen und schreien können alle“, sagt er. „Aber wenn man Veränderung will, muss man selbst anfangen und anpacken.“1
Und die Leute wollen mitmachen – man muss sie nur fragen. Das stellt Richmann immer wieder fest. Ob Malermeister, Ingenieur, Finanzexperte oder Rechtsanwalt: Im Vorstand bringen viele ihr Fachwissen ein, und durch diese Mischung hat sich die Arbeit der Bürgergemeinschaft über die Jahre immer weiter professionalisiert.1
Was viele vielleicht vergessen: Ehrenamt bereichert nicht nur den Stadtteil, sondern auch die Menschen, die es leisten. „Die Aufgaben geben mir Halt. Man sieht, dass man gemeinsam etwas schaffen und Erfolge feiern kann“, sagt Richmann. Und wenn jemand persönliche Probleme hat? Dann fängt die Gemeinschaft diese Person auf. So funktioniert Brück.1
Im September bekommt Richmann für seinen Einsatz den Ehrenamtspreis „Köln Engagiert“ – den nimmt er aber ausdrücklich stellvertretend für die gesamte Bürgergemeinschaft entgegen. Denn Einzelkämpfer war er nie.1
Auf der Agenda stehen schon die nächsten Projekte: neue Brunnensteine, Spielzeugkisten für die Spielplätze, die Umstellung der Futterautomaten am Wildgehege auf Kartenzahlung, die Sanierung des Bouleplatzes und der Beete am Marktplatz. „Wenn das eine erledigt ist, dann kommt die nächste Aufgabe von ganz allein“, sagt Richmann. Und nein – das klingt bei ihm nicht nach Last. Das klingt nach echter Vorfreude.1
Vielleicht ist das die wichtigste Lektion aus Brück: Du musst nicht auf die große Politik warten. Du kannst einfach anfangen. Mit dem, was du kannst. Wo du bist.
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