ÖPNV-Netz im Kölner Westen: Ausbau stockt wegen Geld- und Personalmangel. Alle Pläne, Fakten und Hintergründe zum aktuellen Stand.
Der Ausbau des ÖPNV-Netzes im Kölner Westen kommt kaum voran. Zwar gibt es zahlreiche Pläne für neue oder verlängerte Straßenbahnlinien, doch fehlende finanzielle und personelle Ressourcen behindern die Umsetzung maßgeblich.
Die Stadt Köln verfolgt ehrgeizige Ziele beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs: Vorgesehen sind unter anderem die Verlängerung der Linie 13 vom Sülzgürtel zum Bayenthalgürtel/Rhein, der barrierefreie Ausbau entlang der Aachener und Berrenrather Straße, sowie eine Verlängerung der Linie 4 über Widdersdorf nach Pulheim. Außerdem planen die Bezirksvertretungen neue Verbindungen wie die Straßenbahnlinie 14 zum neuen Campus Parkstadt-Süd und eine Stadtbahn auf der ehemaligen HGK-Trasse von Frechen bis zum Niehler Hafen. (Rundschau Online)
Obwohl der Stadtrat die Planung eines Ost-West-Tunnels beschlossen hat, sollen alle weiteren geplanten Linienprojekte nach städtischer Aussage weiterverfolgt werden. Allerdings reichen laut Verwaltung sowohl Geld als auch Personal bei weitem nicht aus, um die Vielzahl an Projekten umzusetzen. Schon die reine Finanzierung des derzeitigen ÖPNV-Bestandes wird als kritisch bezeichnet.
Das Ziel, die Fahrgastzahlen im ÖPNV bis 2030 zu verdoppeln – wie es die Verkehrsministerkonferenz und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen fordern – ist angesichts der aktuellen Engpässe schwer erreichbar. Laut NRW-Koalitionsvertrag ist ein Ausbau des Angebots um 60 Prozent vorgesehen. Dennoch mangelt es an qualifizierten Fachkräften, und viele Stellen in der Verwaltung sind unbesetzt, was zu einer notwendigen Priorisierung führt. Laut Aussage der Stadt werden derzeit vor allem Sanierungen zur Verkehrssicherheit und zur Erfüllung gesetzlicher Aufgaben vorgezogen.
Laut Bezirksbürgermeister Roland Schüler (Grüne) besteht nur sehr geringe Hoffnung, dass sich in den kommenden zehn Jahren an der Situation viel ändert. Für Landesfördermittel sind Anträge und ein Beschluss durch den Verkehrsausschuss erforderlich – bis auf die Linie 4, für die der Rhein-Erft-Kreis Mittel beantragt und die Machbarkeitsstudie übernommen hat, ist dieser Prozess bei weiteren Projekten nicht fortgeschritten. Förderanträge für die Linie 13 wurden beispielsweise noch nicht gestellt.
Große Infrastrukturprojekte werden durch den Mangel an Förderanträgen und das fehlende Personal verzögert. Die meisten Projekte werden voraussichtlich lange bis zur Umsetzung brauchen: Selbst bei optimistischen Annahmen würde der tatsächliche Ausbau der Stadtbahnlinien jeweils rund zehn Jahre dauern. Ein schneller Wandel im Nahverkehr ist derzeit nicht in Sicht – das Zielnetz für den Kölner Westen bleibt zunächst ein Wunschzettel. (Rundschau Online)
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