Der Bauturbo in Köln ermöglicht rund 730 neue Wohnungen – und sogar Häuslebauer können profitieren. Wir erklären, wer die Sonderregeln nutzen kann.
Wohnraum in Köln ist knapp, und die Stadt setzt jetzt auf ein besonderes Werkzeug: den sogenannten Bauturbo. Seit März 2025 ist das Sonderregelwerk in Köln aktiv – und die erste Bilanz kann sich sehen lassen. Rund 730 neue Wohnungen sollen dank der beschleunigten Planung in den nächsten Jahren entstehen.1 Kein schlechter Start!
Der Begriff „Bauturbo“ klingt erstmal nach Vollgas auf der Baustelle – ist aber eigentlich ein „Planungsturbo“. Was heißt das konkret? Die Sonderregeln erlauben es Behörden, Projekte zu genehmigen, obwohl es für ein Grundstück noch keinen Bebauungsplan gibt oder das geplante Vorhaben von einem bestehenden Plan abweicht. Der entscheidende Clou: Lehnt die Stadt das Projekt nicht innerhalb von drei Monaten ab, gilt die Genehmigung automatisch als erteilt – das nennt sich Zustimmungsfiktion.1
Wichtig zu wissen: Das betrifft nur das Planungsrecht, nicht die eigentliche Baugenehmigung. Die braucht man nach wie vor separat. Wer also denkt, er kann einfach loslegen, wenn drei Monate ins Land gezogen sind – falsch gedacht!
Seit der Einführung im März bis zum Stichtag 4. August zählte das Stadtentwicklungsamt 128 konkrete Anfragen. Davon wurden 23 positiv abgeschlossen – das entspricht 18 Prozent. Über diese 23 Projekte sollen in den nächsten Jahren rund 730 Wohnungen in Köln entstehen.1
Ja! Und das ist vielleicht die spannendste Neuigkeit für alle, die ein Eigenheim planen. Der Kölner Stadtrat hat beim Grundsatzbeschluss keine Mindestzahl an Wohnungen festgelegt. Das bedeutet: Der Bauturbo kann schon für ein einzelnes Einfamilienhaus oder die Aufstockung eines bestehenden Hauses mit nur einer einzigen Wohnung gelten.1
Wolfgang Tuch, stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamtes, bringt es auf den Punkt: „Jede neue Wohneinheit zählt.“ Und er nennt ein konkretes Beispiel: Wer ein großes Grundstück hat und für die Kinder eine Wohnung anbauen möchte, kann unter bestimmten Voraussetzungen vom Bauturbo profitieren.1
Wer ein Grundstück am Stadtrand hat, sollte die Erwartungen nicht zu hochschrauben. Im sogenannten Außenbereich – also in Teilen des Stadtgebiets, die nicht zu einem zusammenhängend bebauten Ortsteil zählen und zum Beispiel als Grün- oder Landwirtschaftsfläche ausgewiesen sind – hat der Bauturbo wenig Wirkung. Beispiele dafür findet man am Rand von Porz oder Chorweiler. Dort ist man schnell im Landschaftsschutzgebiet, und wenn Grundstücke noch nicht erschlossen sind, nützt einem der Bauturbo gar nichts.1
Auch im Innenbereich gibt es Grenzen: Die Finnensiedlung in Höhenhaus etwa – mit ihren denkmalgeschützten schwarzen Holzhäusern aus den 30er-Jahren – bleibt von einer Hinterlandbebauung verschont, weil die Siedlung in ihrer Gestalt gesichert werden soll.1
Wer regionale News aus NRW im Blick behalten möchte, weiß: Manchmal sorgen ganz andere Dinge für Aufruhr. So berichteten wir in einem früheren Beitrag über einen Polizeihubschrauber-Einsatz in Dinslaken-Lohberg, nachdem es dort zu einem Raubüberfall auf eine Tankstelle gekommen war.2 NRW bleibt eben spannend – auf vielen Ebenen.
Auf jeden Fall! Ob du eine Baulücke schließen, dein Haus aufstocken oder im Garten für Nachwuchs bauen willst – der Bauturbo in Köln könnte genau das beschleunigen, was bisher im Planungsdschungel stecken geblieben ist. Die ersten fünf Monate zeigen: Das Instrument wird genutzt und bringt echte Ergebnisse. Hol dir am besten frühzeitig Infos beim Stadtplanungsamt – und dann ran ans Träumen!
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