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Ein Stadion, das zur Stadt wird: Kölns verrückte Olympia-Idee
15. September 2026

Architekt Herbert Elfers plant ein Kölner Olympiastadion, das nach den Spielen zum echten Stadtteil wird. Was steckt hinter der Kreuzfeld-Idee?

Wenn ein Urlaub in Italien alles verändert

Stell dir vor, du sitzt mit deiner Familie in Lucca, Italia, schlenderst über die Piazza dell’Anfiteatro – und plötzlich hast du eine Idee, die die Zukunft von Köln verändern könnte. Genau das ist Architekt Herbert Elfers passiert. Mitten in der Corona-Zeit, auf einer ganz normalen Postkarte, skizzierte er seinen ersten Entwurf: ein Olympiastadion für Köln, das nach den Spielen einfach zur Stadt wird.1

„Das war wie ein Donnerschlag“, sagt Elfers über den magischen Moment auf der Piazza. Die Idee dahinter ist so simpel wie genial: Was die Römer damals in Jahrhunderten „aus Versehen“ gebaut haben – Stadtplätze aus alten Arenen – das will Elfers in Köln von Anfang an so planen.1

Erst Stadion, dann Veedel – so funktioniert der Plan

Das Konzept von Elfers und seinem Architektur- und Stadtplanungsbüro Planquadrat sieht vor, dass im neuen Kölner Stadtteil Kreuzfeld ein Leichtathletikstadion für rund 50.000 Besucher entsteht – gebaut für Olympische und Paralympische Spiele, aber von Anfang an als Wohngebäude mit innenliegendem Park geplant.1

Nach den Spielen sollen die Sportlerinnen und Sportler ausziehen und echte Kölnerinnen und Kölner einziehen. Und zwar in einen durchdachten Wohnungsmix – familientauglich, nachhaltig, zukunftsorientiert. Kein London-Desaster also, wo man die Athleten-Apartments nach 2012 kaum loswurde.1

  • 🏟️ Olympiastadion für 50.000 Zuschauer – einmalig in NRW
  • 🏘️ Umbau zu Wohn- und Geschäftsflächen nach den Spielen
  • 🌿 Innen liegender Park statt leere Tribünen
  • 🥦 Vertikaler Gemüseanbau als mögliche Nachnutzung
  • 💧 Schwammstadt-Konzept gegen Überhitzung

Keine „weißen Elefanten“ mehr

Genau da liegt der Knackpunkt, der das Projekt so spannend macht: Niemand will mehr sogenannte „weiße Elefanten“ – also gigantische Stadien, die nach den Spielen einfach in der Gegend herumstehen und nichts bringen. Elfers will das Gegenteil davon. Sein Motto: Orte besser hinterlassen, als man sie vorgefunden hat.1

Finanziert werden soll das Ganze nicht komplett durch Steuergelder, sondern durch ein Public-Private-Partnership-Modell. Investoren und Wohnbaugesellschaften zahlen für das, was sie später auch besitzen – nämlich echten Wohnraum in einem neuen Stadtteil. Das Wohnungsunternehmen Vonovia soll laut Elfers bereits Interesse signalisiert haben.1

Köln, München oder Berlin – wer macht das Rennen?

Ob Köln überhaupt die Chance bekommt, diese Vision umzusetzen, entscheidet sich am 26. September bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) in Baden-Baden. Dort wird festgelegt, ob Köln Rhein-Ruhr, München oder Berlin ins Rennen um die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele geht – möglicherweise 2036, 2040 oder 2044. Eine erste Auswahl für 2036 soll im Frühjahr 2027 fallen, die finale Entscheidung wohl erst Mitte 2029.1

Ein Traumprojekt – auch ohne Olympia

Elfers selbst sagt, das sei das Traumprojekt seines gesamten Büros. Und er glaubt daran, dass diese Idee früher oder später irgendwo auf der Welt Wirklichkeit wird – mit oder ohne Olympia in Köln. Denn die Logik dahinter, nachhaltiges Bauen, Kreislaufwirtschaft, klimaangepasste Stadtentwicklung, ist einfach zu überzeugend, um ignoriert zu werden.1

Von einem Urlaubsmoment in der Toskana bis hin zu einem möglichen Vorzeigeprojekt für die Olympia-Zukunft: Die Geschichte hinter dem Kölner Stadionkonzept zeigt, dass die besten Ideen manchmal auf einer Postkarte beginnen. Wir sind gespannt, was daraus wird – und du?1

Quellen

  1. „Hier verbinden sich alle Sehnsüchte und Ziele zu einem großen Ganzen“ – Kölnische Rundschau


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